Uli Hoeneß war im Vorfeld der Weltmeisterschaft nicht unbedingt als großer Fan von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Erscheinung getreten. Nun rudert der Ehrenpräsident des FC Bayern München nach dem zweiten Gruppensieg der DFB-Elf zurück und verteilt sogar lobende Worte an Mannschaft und Trainer.
Lange sah es nicht so aus, als würde Deutschland den vorzeitigen Einzug ins Sechzehntelfinale oder gar den Gruppensieg feiern können. Gegen die körperliche robuste Mannschaft der Elfenbeinküste taten sich die Deutschen am Samstagabend phasenweise sehr schwer, lagen zur Pause sogar 0:1 hinten. Dass am Ende dennoch der 2:1-Sieg stand, lag wieder einmal an funktionierenden Einwechslungen, allen voran an VfB-Stürmer Deniz Undav, der mit seinen Turniertoren zwei und drei zum Matchwinner avancierte.
Vor WM forderte Hoeneß mehr Kritikfähigkeit von Nagelsmann
Das entging auch Uli Hoeneß nicht. Am Rande des Basketballfinals zwischen seinen Bayern und Alba Berlin äußerte sich der 74-Jährige bei Streaming-Sender Dyn: "Man muss festhalten, dass Deutschland gestern kämpferisch Unglaubliches geleistet hat. Es sind aber noch schwere Brocken bis zum Titel", lobte er vor allem die Moral der Deutschen nach dem Rückstand.
Vor der Weltmeisterschaft hatte Hoeneß noch andere Töne angechlagen und Nagelsmann geraten, sich mit Kritik auseinanderzusetzen. Bei DAZN äußerte er sich damals: "Das fehlt mir ein bisschen bei Julian, dass er bereit ist, sich mit Leuten wie mir mal zusammenzusetzen und auch etwas anzunehmen. Denn ich habe das Gefühl, dass er dafür nicht zur Verfügung steht. Aber das ist seine Entscheidung. Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Und wenn er keinen Erfolg hat, dann wird es für ihn schwer."
Hoeneß lobt Einwechslungen
Jetzt hat Nagelsmann den ersten Erfolg mit Erreichen der K.o.-Phase geschafft. Und Hoeneß, selbst Weltmeister von 1974, lobt den Trainer prompt für seine Personalentscheidungen: "Wenn sie allerdings so zu einer Mannschaft zusammenwachsen und der Trainer immer so gut wechselt wie gestern, kann es was werden."
Am Donnerstag um 22 Uhr steht das letzte Gruppenspiel für Deutschland gegen Ecuador an. Auch dann und spätestens im Sechzehntelfinale am 29. Juni werden auch wieder die Stimmen von gut 80 Millionen Bundestrainern laut, aber nur einer trifft die Entscheidungen, mit denen er bislang goldrichtig lag.
