Auf den ersten Blick könnte man meinen, eine Vertragsverlängerung für Max Eberl wäre beim FC Bayern bloß Formsache. Stattdessen ist dieses Szenario ein sehr großes Thema, weil die Zukunft des Sportvorstandes beim deutschen Rekordmeister eben nicht sicher ist. Dem Vernehmen nach hat der Aufsichtsrat noch Kritik und Zweifel, die zunächst ausgeräumt werden müssen, ehe er seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier setzen darf.
Wie die Sport Bild berichtet, gibt es mittlerweile auch ein Ultimatum für Eberl: Bis Ende August hat der 52-Jährige nun Zeit, seine Vorgesetzten von sich und seiner Arbeit vollends zu überzeugen. Denn zu diesem Zeitpunkt soll im Kontrollgremium die Entscheidung getroffen werden.
Das heißt ganz automatisch, dass es final dieser Transfer-Sommer sein wird, der für die prägnantesten Eindrücke der Arbeit von Eberl sorgen wird. Natürlich zählen die Entwicklung der Mannschaft unter Vincent Kompany, die Installation des Cheftrainers selbst sowie auch die Verpflichtungen von Luis Diaz und Michael Olise auf das Konto des Managers ein. Zugleich gibt es aber Kritik an finanziell vermeintlich üppigen Vertragsverlängerungen für eigene Spieler oder ein vermeintlich zu lockerer Umgang mit den finanziellen Mitteln im Sinne von frühzeitigen Verpflichtungen, anstatt noch weiter zu verhandeln.
Zeit bis Ende August: Intern ist Eberl bereits in den Kampfmodus gewechselt
Laut der Sport Bild hat Eberl intern mittlerweile auch in den Kampfmodus umgeschaltet. Bereits im vergangenen Februar soll er gegenüber dem Aufsichtsrat vor allem die Verpflichtungen von Diaz und Olise in den Fokus gestellt haben. Dabei habe er sogar einen direkten Vergleich zwischen Kingsley Coman und Leroy Sané als vorigem Flügel-Duo gezogen. Der Tenor: Er habe mit seiner Arbeit die Offensive des FCB deutlich besser gemacht.
Für diesen Sommer gibt es klare Anforderungen an Eberl, die er umsetzen soll. Dabei geht es der Sport Bild zufolge etwa um endgültige Abgänge von zuletzt verliehenen Spielern wie Alexander Nübel, Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza – auch im Sinne wichtiger Gehaltseinsparungen und weiteren Transfer-Einnahmen.

Dazu soll bestenfalls auch die Defensive noch etwas umstrukturiert werden. Das könnte etwa durch einen Verkauf von Min-jae Kim erfolgen, bei gleichzeitiger Verpflichtung eines neuen Abwehrspielers, der sogar zur ernsthaften Konkurrenz für Jonathan Tah und Dayot Upamecano werden könnte. So sollen sich die Münchener zuletzt nach Yann Aurel Bisseck von Inter erkundigt haben.
Abseits dieser konkreten Transferziele wird Eberl in den nächsten Wochen auch mehr und besser kommunizieren müssen. Immerhin ist auch das ein Vorwurf an den Sportvorstand: Ein zu seltener Austausch mit dem Aufsichtsrat, der auch nicht intensiv genug sein soll. Insbesondere Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wird der Manager überzeugen müssen – bestenfalls noch mit einem rundum soliden Transfer-Sommer.
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