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Überraschende Taktik: Bleibt Schalke doch bei der Viererkette?

Eine glasklare Rückkehr zur Fünferkette wird es auf Schalke wohl nicht geben. Taktische Flexibilität steht bislang im Fokus.
Miron Muslic beim S04-Test in Aue
Miron Muslic beim S04-Test in Aue | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Zur vergangenen Rückrunde hat Miron Muslic eine ebenso gewagte wie schlussendlich doch erfolgreiche Umstellung vorgenommen: Von der Dreier- beziehungsweise Fünferkette wechselte er auf die Viererkette. Damit konnte er der Offensive einen Spieler hinzufügen und die Struktur auf dem Platz so verändern, dass der FC Schalke auch mehr Kontrolle durch Ballbesitz und Torschüsse erlangte.

Diese Veränderung und Anpassung sorgten dafür, dass die Mannschaft die nächsten Schritte machen und sich so den Aufstieg in die Bundesliga sichern konnte. Doch nun, nicht mehr als Tabellenführer und Favorit, sondern als klarer Underdog, der im Sinne des Klassenerhalts um jeden einzelnen Punkt kämpfen muss – kommt es wieder zur Rückkehr zur Dreier- und Fünferkette?

Schalke scheint die Vierer- und Fünferkette mit in die Saison nehmen zu wollen

So klar, wie es vielleicht zunächst zu vermuten war, scheint das ganz und gar nicht zu sein. Die bisherige Saisonvorbereitung stand beim S04 noch immer ganz klar im Zeichen der Viererkette. Sowohl im Training, als auch in den bislang absolvierten Testspielen ließ Muslic seine Mannschaft weiterhin mit zwei Innen- und zwei klassischen Außenverteidigern auftreten. Erst beim 3:1-Sieg gegen Fagiano Okayama am Samstagnachmittag stand erstmals wieder der Wechsel von der Vierer- auf die Fünferkette im Fokus. Auch das allerdings nicht schon von Beginn an, sondern eher im Laufe des Spiels selbst.

Anfangs wurde noch vermutet, dass Muslic aufgrund des noch fehlenden Personals zunächst bei der Abwehr mit zwei Innenverteidigern bleibt. Immerhin weilt Nikola Katic noch immer im verlängerten WM-Urlaub, während mit Maxi Wöber ein neuer zentraler Verteidiger erst vor wenigen Tagen unter Vertrag genommen wurde.

Erzgebirge Aue v FC Schalke 04 - Pre-Season Friendly
Timo Becker und Hasan Kurucay empfehlen sich zurzeit für weiteres Vertrauen | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Diese Vermutung kann aber wohl inzwischen abgehakt werden. Wäre Muslic sich schon sicher, dass es zur festen und vollständigen Rückkehr zur Fünferkette mit drei Innenverteidigern kommt, hätte er wohl einen weitaus größeren Fokus darauf gelegt und im Sinne des Einspielens und der Abläufe notfalls einen Innenverteidiger neben Timo Becker und Hasan Kurucay eingesetzt, der dann vielleicht im weiteren Saisonverlauf keine allzu große Rolle spielen wird. Das hätte etwa Dylan Leonard sein können oder auch ein, zwei U23-Akteure, die zurzeit die Vorbereitung bei den Profis absolvieren.

Auch die Tatsache, dass gegen Okayama zwischen den Systemen gewechselt wurde, lässt wohl einen vorzeitigen Schluss zu: Schalke wird in die Saison starten und immer mal wieder, je nach Gegner und Personal, in ihrer Herangehensweise wechseln. Dafür würde auch das zuweilen weiterhin sehr hohe Anlaufen sprechen. Das könnte etwa eine Waffe gegen die Klassenerhalt-Konkurrenz werden, aber natürlich kaum gegen den FC Bayern und Co.


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