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TV-Zoff vor WM-Auftakt: Matthäus wütet nach Klopp-Kritik an DFB-Star

Bei ihrem Debüt als TV-Experten haben Jürgen Klopp und Thomas Müller mit der überraschenden Ausbootung eines deutschen Leistungsträgers für ein Beben gesorgt. Lothar Matthäus reagiert darauf nun scharf.
Startelf oder Bank? Die Diskussion um Jamal Musiala erhitzt vor dem WM-Auftakt die Gemüter
Startelf oder Bank? Die Diskussion um Jamal Musiala erhitzt vor dem WM-Auftakt die Gemüter | Icon Sportswire/GettyImages

Das neue Experten-Duo bei MagentaTV polarisiert direkt vom Start weg. Rund um das WM-Eröffnungsspiel präsentierten Jürgen Klopp und Thomas Müller ihre persönliche Wunschelf für das erste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft – und sorgten für eine handfeste Überraschung.

Anstelle von Bayern-Star Jamal Musiala erhielt Deniz Undav vom VfB Stuttgart den Vorzug auf der Zehner-Position. Eine Einschätzung, die bei Rekordnationalspieler Lothar Matthäus auf absolutes Unverständnis stößt. Für Matthäus gehört der 23-jährige Ausnahmekönner vom FC Bayern München, der nach seinem Wadenbeinbruch im letzten Jahr noch nach der Topform sucht, zwingend in die Startelf von Julian Nagelsmann.

"Gerade Jürgen Klopp sollte es eigentlich wissen. Um eine erfolgreiche WM zu spielen, braucht Deutschland die Qualität eines Musiala."
Lothar Matthäus


Gegenüber der Bild zeigte sich der Weltmeister von 1990 extrem verwundert, akzeptierte zwar ihre Meinung, warf den beiden Experten aber vor, dass es in dieser sensiblen Phase schlichtweg an Feingefühl mangele. Dabei nahm er den ehemaligen Liverpool-Coach direkt ins Visier und stellte klar: "Gerade Jürgen Klopp sollte es eigentlich wissen. Um eine erfolgreiche WM zu spielen, braucht Deutschland die Qualität eines Musiala. Darum muss man ihm nun Vertrauen und die Spielzeit geben."

Startelf oder Bank? Die Diskussion um Jamal Musiala erhitzt vor dem WM-Auftakt die Gemüter
Startelf oder Bank? Die Diskussion um Jamal Musiala erhitzt vor dem WM-Auftakt die Gemüter | picture alliance/GettyImages
"Die Äußerungen von Klopp machen Nagelsmann die Arbeit nicht gerade leichter."
Lothar Matthäus

Die Konstellation birgt für Matthäus zudem eine gewisse sportpolitische Brisanz. Dass mit Klopp ausgerechnet ein Trainer-Kollege den amtierenden Bundestrainer öffentlich derart "berät", sieht der 65-Jährige äußerst kritisch. Unter Kollegen komme eine solche Einmischung selten gut an.

Matthäus machte deutlich, dass dieses Vorpreschen direkt vor dem Turnierstart extrem unglücklich sei. Er erklärte: "Die Äußerungen von Klopp machen Nagelsmann die Arbeit nicht gerade leichter. Ich möchte mal sehen, was Kloppo gesagt hätte, wenn ein Experte ihm vor einem wichtigen Champions-League-Spiel geraten hätte, einen seiner Stammspieler auf die Bank zu setzen."

Auch Müllers Aussagen sorgen für Irritationen

Die taktische Überlegung der beiden MagentaTV-Experten war dabei im Vorfeld klar formuliert worden. Thomas Müller erklärte, dass er Undav bei voller Fitness als exzellente Option sehe und sich regelrecht auf diese "Undav-Idee eingeschossen" habe. Klopp pflichtete ihm bei und untermauerte, dass man Undav bewusst in die Diskussion gebracht habe, da er die Zehner-Position hervorragend ausfüllen könne. Musiala wurde von den beiden somit zunächst in die Rolle des Edeljokers gedrängt.

Für Matthäus ist jedoch nicht nur Klopps Rolle in dieser Diskussion fragwürdig, sondern auch die von Thomas Müller. Es sei gewöhnungsbedürftig, dass Müller als TV-Experte öffentlich derart kritisch über Musiala spreche – einen Spieler, mit dem er noch bis vor zwei Jahren tagtäglich auf dem Platz stand.

Anstatt Unruhe zu stiften, sollte man den 23-Jährigen unterstützen, zumal Musiala im jüngsten WM-Testspiel gegen die USA in der zweiten Halbzeit bereits eine deutlich ansteigende Formkurve aufgewiesen habe. Die hitzige Experten-Diskussion dürfte jedenfalls dafür sorgen, dass der Fokus auf Julian Nagelsmanns tatsächlicher Startaufstellung nun noch größer ausfällt.


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