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Trotz Siegtreffer: Nagelsmann dämpft Undav-Hoffnungen

Trotz seines Siegtreffers wird sich an der Rolle von Deniz Undav wohl nichts ändern, erklärte Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Deniz Undav erzielte gegen Ghana sein viertes Länderspieltor
Deniz Undav erzielte gegen Ghana sein viertes Länderspieltor | EyesWideOpen/GettyImages

Natürlich musste es so kommen. In der 88. Minute spitzelte der bis dato unauffällige Deniz Undav die Vorlage von Leroy Sané zum 2:1 gegen Ghana ins Netz. Ausgerechnet Undav, der trotz seiner Top-Form zuletzt von Bundestrainer Julian Nagelsmann außen vor gelassen wurde.

Während des Spiels wurde er schon mit Sprechchören des Stuttgarter Publikums gefeiert, durch sein Tor machte er gleichzeitig nochmal Werbung für sich selbst. Im Anschluss äußerte er dann die Hoffnung, dass sich an seiner Rolle im DFB-Team vielleicht noch etwas ändern könnte.


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Nagelsmann bremst Undav ein

"Ich kenne meine Rolle. Aber durch solche Tore kann sich meine Rolle vielleicht auch verändern. Ich versuche einfach, meine Rolle zu akzeptieren und weiterzumachen, Gas zu geben, Tore zu machen für die Mannschaft. Das ist das Wichtigste", sagte der 29-Jährige nach dem Spiel.

Worte, die Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht erfreuten. "Er setzt sich mit seinen Aussagen selber unter Druck. Wenn er damit umgehen kann, ist das sehr gut. Ich fand seine Leistung bis zum Tor nicht gut. Er hat einmal den Ball berührt, bis er dann das Tor macht. Das macht einen Torjäger aus. Das Tor macht er gut", erklärte Nagelsmann auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie.

"Ich weiß aber nicht, ob er diesen Schritt macht, wenn er vorher 70 Minuten marschiert. Ich glaube zu wissen, dass wir im Sommer Joker brauchen, um Spiele zu entscheiden", ergänzte der 38-Jährige, weshalb es "unwahrscheinlich" sei, dass sich an Undavs Rolle noch etwas ändere.

Kein rundum überzeugender Auftritt

In einem Punkt waren sich aber sowohl Nagelsmann, als auch Undav einig: Es gibt trotz des Sieges noch Luft nach oben. "Wir haben in der ersten Halbzeit komplett die Kontrolle, müssen da eigentlich schon aus unseren Chancen oder Halbchancen mehr Tore machen – zumindest noch gefährlicher werden", monierte Undav und ergänzte: "Wir müssen an Kleinigkeiten arbeiten, um noch effizienter zu werden."

Nagelsmann hingegen nervte vor allem der "Freestyle" seiner Mannschaft: "Wir haben die Position nicht mehr so besetzt, sondern haben wieder sehr viel Freestyle wie auch gegen die Schweiz gespielt. Und dann sind wir manchmal einfach nicht ballsicher genug, um diesen Freestyle zu haben."

"Wenn wir diese taktische Disziplin haben, die dann entsteht, wenn wir uns gut fühlen, dann wird es freestyle-mäßig und dann sind wir konteranfällig. Wenn wir das aber nicht machen, wie in den ersten 25 Minuten, sind wir gut", ergänzte der Bundestrainer, der trotzdem fand, dass "wir in meinen Augen besser gespielt haben als gegen die Schweiz, auch wenn wir weniger Tore gemacht haben."

Der Bundestrainer hat jetzt knapp anderthalb Monate Zeit, um seinem WM-Kader den letzten Schliff zu verleihen. Am 12. Mai wird er die 26 Spieler für das Turnier in Amerika, Kanada und Mexiko nominieren – voraussichtlich mit Deniz Undav.

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