Borussia Dortmund hat den ersten Titel der neuen Saison verpasst, BVB-Trainer Niko Kovac dabei aber eine positive Erkenntnis gewonnen: Die Neuzugänge des noch laufenden Transfersommers ließen den 54-Jährigen trotz der 1:2-Pleite gegen Rekordmeister Bayern München schwärmen. "Alle vier haben gezeigt, warum wir sie verpflichtet haben", lobte Kovac die Dortmunder Pflichtspieldebütanten Konstantinos Karetsas, Joane Gadou, Giannis Konstantelias und Joey Veerman bei Sky.
Ein Sonderlob erhielt dabei das erst 18 Jahre alte Top-Talent Karetsas. "Bei Kostas hat man gesehen, welchen Spielwitz und welchen linken Fuß er hat", schwärmte Kovac von dem griechischen Mittelfeldspieler, der ebenso wie Gadou (19) in der Startelf stand. Gadou überzeugte als rechter Innenverteidiger in der Dreierkette mit seiner robusten Spielweise und einer sicheren Ausstrahlung.
Veerman und Konstantelias kamen stattdessen von der Bank, nutzten ihre Einsatzzeiten aber ebenfalls, um Werbung für einen Platz in der ersten Elf zu machen.

Investitionen könnten sich auszahlen
Konstantelias (23) kam zu Beginn der zweiten Halbzeit und leitete in der 75. Minute den Anschlusstreffer durch Fabio Silva ein. In der ersten Halbzeit hatten Nathaniel Brown (28.) und Michael Olise (45.+1) die Bayern im Signal-Iduna-Park auf die Siegerstaße gebacht. "Wie er das Tor vorbereitet hat, das war hohe Schule", schwärmte Kovac von der Aktion Konstantelias', der vor Silvas Treffer von der linken Außenbahn nach innen zog und schließlich Torvorbereiter Daniel Svensson mit einem schönen Steckpass in Szene setzte.
Veerman brachte nach seiner Einwechselung für Felix Nmecha (62.) zudem noch einmal mehr Struktur ins Dortmunder Spiel, mit dem Kovac nach dem Seitenwechsel zufrieden war. "In der zweiten Halbzeit war's gut, wir haben uns besser gewehrt und die Bayern viel mehr gefordert", sagte Kovac: "Da war ich zufrieden. Wir arbeiten dran." Daran hatten auch die für insgesamt für knapp unter 100 Millionen Euro gekommenen Neuzugänge ihren Anteil, obwohl sie teils erst für eine sehr kurze Zeit beim Team sind.

Der 27 Jahre alte Niederländer Veerman war erst vier Tage vor dem Supercup für kolportierte 22 Millionen Euro von der PSV Eindhoven zu den Schwarzgelben gewechselt und hatte daher bisher ebenso wenig Zeit, um sich im Team einzufinden, wie Konstantelias, der für 26 Mio. Euro nur einen Tag früher von PAOK Saloniki kam. Karetsas' Dienste ließen sich die Dortmunder dem Vernehmen nach sogar 30 Mio. Euro kosten. Er kam vom KRC Genk aus Belgien.
Für Gadou, der von RB Salzburg geholt wurde, soll der BVB 19,5 Mio. Euro bezahlt haben. Es sind hohe Investitionen, die sich nach den ersten Eindrücken aber auszahlen könnten.
Es scheint sehr gut denkbar, dass beim Bundesliga-Auftakt am Samstagabend (18.30/Sky) gegen den Hamburger SV mehr als nur zwei aus dem Quartett in der Startelf des Vizemeisters stehen. Veerman müsste dazu allerdings voraussichtlich an Felix Nmecha vorbeikommen, der im Mittelfeldzentrum dessen Rolle bekleidet.
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