Trotz Fan-Kritik: Nächster Werder-Funktionär verteidigt Fritz
Von Fabian Küpper

Bei Werder Bremen hängt der Haussegen aktuell nicht nur schief, er ist vielmehr komplett abgefallen. Trainerwechsel, der Absturz auf den Relegationsplatz 16 und dazu ein Sportchef, der mit seinen Entscheidungen und seinem Auftreten die Fans gegen sich aufbringt.
Die Kritik an Clemens Fritz erreichte in den vergangenen Wochen neue Höhen. Viele Anhänger der Grün-Weißen machen den 45-Jährigen für die Talfahrt der vergangenen Monate verantwortlich. Und in einigen Punkten haben die Fans dabei auch Recht, dazu genügt schon ein Blick auf die Transfers in dieser Saison.
Doch obwohl die Arbeit von Fritz mehr als ausbaufähig ist, muss er nicht mit einer baldigen Entlassung rechnen. "Als Präsident des e. V. und Aufsichtsratsvorsitzender der Kapitalgesellschaft habe ich volles Vertrauen zu Clemens Fritz und in seine Arbeit und sehe keine Veranlassung, ihn abzulösen", stellte jüngst Präsident Hubertus Hess-Grunewald auf werder.de klar. Und auch eine andere Vereinsgröße stützt Fritz.
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Keine Veränderungen geplant
"Es bringt nichts, Köpfe zu fordern. Wir – und das schließt intern wie extern ein – dürfen uns nicht selbst zerlegen. Im Sommer werden wir uns dann an den Ergebnissen messen lassen."
- Klaus Fillbry (DeichStube)
Die Rede ist von Klubchef Klaus Fillbry. Personelle Konsequenzen werde es trotz der Talfahrt nicht geben, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung im Interview mit der DeichStube: "Den Unmut von außen nehmen wir ernst und setzen uns damit auseinander. Wir dürfen die Augen davor auch nicht verschließen, aber ich bin trotzdem überzeugt davon, dass wir jetzt Ruhe und Zusammenhalt brauchen."
"Es bringt nichts, Köpfe zu fordern. Wir – und das schließt intern wie extern ein – dürfen uns nicht selbst zerlegen. Im Sommer werden wir uns dann an den Ergebnissen messen lassen", ergänzte Fillbry. Das Ergebnis könnte am Ende der Abstieg in die 2. Bundesliga sein.
Fritz macht für Fillbry gute Arbeit
"Ja, nicht alle Transfers sind aufgegangen, aber auch bei Weitem nicht alle daneben. Das kommt mir aktuell zu kurz."
- Klaus Fillbry (DeichStube)
Doch trotz der bedrohlichen Situation, an der Clemens Fritz einen großen Anteil hat, spricht er ihm weiter das Vertrauen aus und verteidigt ihn sogar. "Ich nehme Clemens als sehr resilient, lösungsorientiert, selbstreflektiert und auch als selbstkritisch wahr. Er blickt mit voller Energie nach vorne", sagte Filbry.
Fritz habe sowohl als Spieler als auch als Verantwortlicher "solche Situationen schon durchlebt. Er wird daraus gestärkt hervorgehen – als Mensch und als Führungskraft", erklärte Werders Klubchef weiter.
Gleichzeitig hob er Fritz' Rolle bei früheren Transfers hervor: "Er hat früher schon an der Seite von Frank Baumann eine stabilisierende Rolle gespielt und war bereits an Transfers wie von Senne Lynen beteiligt, hat zudem Karim Coulibaly vom HSV geholt. Ja, nicht alle Transfers sind aufgegangen, aber auch bei Weitem nicht alle daneben. Das kommt mir aktuell zu kurz."
Was Fillbry dabei unter den Tisch fallen ließ: Die Verpflichtung von Senne Lynen ist zweieinhalb Jahre her, der Transfer von Coulibaly anderthalb Jahre. Es spricht eigentlich nicht für die Arbeit von Fritz, wenn man Transfers von vor einigen Jahren als Argument für die gute Arbeit zurate ziehen muss.
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