Trotz Entlassung: Warum Steffen Werder weitere Millionen kosten könnte
Von Fabian Küpper

Nach nur knapp sieben Monaten war die Ära Horst Steffen am Sonntag bei Werder Bremen schon wieder Geschichte. Das 1:1 im Krisengipfel gegen Borussia Mönchengladbach war für die Bosse um Clemens Fritz und Peter Niemeyer zu wenig.
Noch in der Nacht wurde bei einer Sitzung der Geschäftsführung über die Zukunft des Trainers abgestimmt. Das Ergebnis: 5:0-Stimmen für ein sofortiges Aus von Horst Steffen. Der 56-Jährige verabschiedete sich am Sonntagmorgen von der Mannschaft. Doch obwohl Steffen damit an der Weser jetzt offiziell Geschichte ist, könnte er die Grün-Weißen weiterhin Geld kosten.
Wird Steffen weiter bezahlt?
Die Bild berichtet, dass Steffens Vertrag aufgrund einer fehlenden Klausel nämlich gar nicht aufgelöst wurde. Sollte er bis zu seinem Vertragsende 2028 keinen neuen Klub finden, muss ihm Werder sein Jahresgehalt von knapp zwei Millionen Euro weiter bezahlen.
Zwar gehen die Verantwortlichen davon aus, dass Steffen im Sommer eine neue Trainer-Stelle antreten wird, in Stein gemeißelt ist das aber nicht. Angesichts der Tatsache, dass Bremen finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, wären diese zusätzlichen Ausgaben äußerst ärgerlich.
Fritz in der Schusslinie
"Ich stehe in der Verantwortung, bin empfänglich für Kritik und nehme diese an. (...) Ich bin niemand, der vor schwierigen Situationen wegläuft, und bin sehr reflektiert, was mein Handeln angeht."
- Clemens Fritz
Die fehlende Klausel ist ein weiterer Kritikpunkt an der Arbeit von Clemens Fritz, der zuletzt immer mehr in die Schusslinie geriet. "Ich stehe in der Verantwortung, bin empfänglich für Kritik und nehme diese an. Es ist eine herausfordernde Situation für mich und uns alle. Ich bin niemand, der vor schwierigen Situationen wegläuft, und bin sehr reflektiert, was mein Handeln angeht. Und da geht’s immer in erster Linie um Werder Bremen", sagte er kürzlich.
- Auch interessant: Kommentar: Steffen ist weg – das Kernproblem heißt aber Clemens Fritz
Jetzt muss erstmal der Abstieg in die 2. Bundesliga vermieden werden. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur noch einen Zähler. Für den Fall der Fälle sei Werder allerdings gut vorbereitet, sagt Werder-Boss Claus Fillbry: "Wir müssten die Fixkosten deutlich reduzieren, sind aber u.a. durch die vorhandene Variabilität in den Spielerverträgen vorbereitet. Wir sind in jedem Fall handlungsfähig."
Es zeigt, wie ernst die Situation am Osterdeich ist. Eigentlich sind die Ansprüche in Bremen andere. Doch in dieser Saison geht es einzig und allein nur um den Klassenerhalt. Was im Sommer passiert, steht noch in den Sternen.
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