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Trendwende am Niederrhein: Bleibt Eugen Polanski Gladbach-Trainer?

Nach dem befreienden Saisonfinale darf sich der Coach berechtigte Hoffnungen auf einen Verbleib bei der Borussia machen.
Entscheiden über die Gladbach-Zukunft: Cheftrainer Eugen Polanski und Sportchef Rouven Schröder
Entscheiden über die Gladbach-Zukunft: Cheftrainer Eugen Polanski und Sportchef Rouven Schröder | Christian Verheyen/GettyImages

Bei Borussia Mönchengladbach steht nach dem Ende der Spielzeit eine umfassende Analyse auf der Trainerposition an. Wie die Rheinische Post berichtet, haben sich die Chancen von Eugen Polanski auf einen Verbleib am Niederrhein zuletzt noch einmal deutlich verbessert.

Galt das Aus des 40-Jährigen vor wenigen Wochen noch als ziemlich realistisch, hat sich das Stimmungsbild nach dem überzeugenden 4:0-Erfolg gegen die TSG 1899 Hoffenheim zu seinen Gunsten gedreht. Aus einer gefühlten 20:80-Tendenz gegen Polanski ist plötzlich ein hauchdünner 51:49-Vorteil geworden.

Schröders Plan: Neues Umfeld statt neuer Chef

Die finale Entscheidung liegt allein bei Rouven Schröder. Der Sportchef wägt pragmatisch Chance und Risiko ab, um Gladbach wieder in die Erfolgsspur zu führen. Ein radikaler Schnitt auf der Trainerbank ist dabei längst kein Automatismus mehr.

Schröder zieht offenbar in Erwägung, nicht den Cheftrainer auszutauschen, sondern vielmehr dessen Umfeld zu modifizieren. Ein neuer, erfahrener Co-Trainer oder ein neuer Koordinator könnten Polanski die nötige Unterstützung an die Seite stellen. Zudem spielt der wirtschaftliche Aspekt eine Rolle: Ein teurer Trainerwechsel bindet finanzielles Kapital, das Schröder womöglich lieber direkt in die dringend benötigten Verstärkungen für das Team investieren möchte.

Die Kabinen-Chefs positionieren sich klar

Ein gewichtiges Argument pro Polanski liefert die Mannschaft selbst. Nach der Gala gegen Hoffenheim sprachen sich wichtige Säulen des Teams demonstrativ für einen Verbleib ihres Trainers aus. Allen voran Kapitän Tim Kleindienst, dessen Wort sowohl in der Kabine als auch in der Chefetage massives Gewicht hat, hielt ein klares Plädoyer für den Coach.

Auch die weiteren Führungsspieler wie Nico Elvedi, Moritz Nicolas und Robin Hack folgten diesem Kurs und stellten sich hinter Polanski. Dazu kommt die aufstrebende junge Garde um Jens Castrop, Hugo Bolin oder Wael Mohya, die unter dem 40-Jährigen ihren Bundesliga-Durchbruch feierten und genau wissen, was sie an ihm haben. Ein Team, dessen wesentliche Köpfe so geschlossen hinter dem Trainer stehen, ist für die Vereinsführung schwer zu ignorieren.

Der Markt bietet keine Garantien

Sollte Schröder das Experiment Polanski dennoch beenden, wartet auf dem Trainermarkt kein Heilsbringer, bei dem ein Erfolg garantiert wäre. Die potenziellen Alternativen bringen allesamt Fragezeichen mit. Dino Toppmöller, der namhafteste freie Kandidat, scheiterte zuletzt bei Eintracht Frankfurt vor allem daran, die Defensive stabil zu bekommen.

Und Alexander Blessin wird nach dem Abstieg mit dem FC St. Pauli zwar eine größere Aufgabe zugetraut, da er für Stabilität und Flexibilität steht. Allerdings müsste Gladbach für ihn sein eigenes Trainer-Eigengewächs absägen – ein Signal, das intern wie extern nur schwer zu vermitteln wäre, wenn am Ende nur die Hoffnung auf ein paar Prozentpunkte mehr Erfolgswahrscheinlichkeit steht.

Polanski zeigt die geforderte Entwicklung

Dass Polanski das Ruder noch einmal herumreißen konnte, liegt auch an seiner eigenen Metamorphose. Warf man Vorgängern wie Daniel Farke und Gerardo Seoane noch Beratungsresistenz vor, zeigte sich der aktuelle Coach im Saisonendspurt extrem lernfähig. Lange Zeit agierte er sehr sicherheitsorientiert, was zu spielerischer Armut führte.

Bei den Siegen gegen den Borussia Dortmund und Hoffenheim kehrte er jedoch zur Viererkette zurück und wählte einen deutlich mutigeren, offensiveren Ansatz. Auch abseits des Rasens präsentierte er sich in den Medienrunden zuletzt wieder gewohnt strukturiert, analytisch und vor allem kämpferisch. Er hat unmissverständlich klargemacht, dass er brennt und große Lust auf das langfristige Projekt Borussia hat.


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