Der Hamburger SV arbeitet mit Hochdruck am Kader für die kommende Bundesliga-Saison. Sportdirektor Claus Costa und Sportvorständin Kathleen Krüger treiben den personellen Umbruch voran. Dabei verfolgen die Verantwortlichen offenbar eine klar definierte Transferstrategie. Im Mittelpunkt steht ein Modell, das finanzielle Nachhaltigkeit mit sportlicher Entwicklung verbinden soll.
So finanziert der HSV seinen Kaderumbau
Nach Informationen der Sport Bild verfügt der HSV für den aktuellen Umbruch über ein Investitionsbudget im unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Dieses umfasst nicht nur Ablösesummen, sondern auch Gehälter und mögliche Handgelder für Neuzugänge. Zusätzliche Einnahmen durch Spielerverkäufe sollen den finanziellen Spielraum weiter vergrößern.
Besonders bemerkenswert: Anders als bei einigen anderen Bundesligisten werden Verkaufserlöse und eingesparte Gehälter vollständig wieder in den Kader investiert. So fließen etwa die Einnahmen aus den Transfers von Robert Glatzel und Lukasz Poreba direkt zurück in den Transferetat. Das zusätzliche Budget soll jedoch nicht ausschließlich für Ablösen verwendet werden, sondern auch die Gehaltsstruktur und weitere Nebenkosten neuer Verpflichtungen abdecken.
Bei der Auswahl neuer Spieler unterscheidet der HSV offenbar zwischen entwicklungsfähigen Perspektivspielern und erfahrenen Profis mit geringerem Wiederverkaufswert. Für Talente mit großem Entwicklungspotenzial sind die Hamburger bereit, höhere Ablösesummen zu investieren. So soll der Klub für Albert Grønbæk sogar rund 4,7 Millionen Euro gezahlt haben.
Vieira bleibt Wunschlösung
Ein Sonderfall bleibt Fabio Vieira. Der Portugiese überzeugte während seiner Leihe mit starken Leistungen und insgesamt 13 Torbeteiligungen in 31 Pflichtspielen für die Hanseaten. Deshalb steht er weiterhin ganz oben auf der Wunschliste. Eine feste Verpflichtung gestaltet sich allerdings schwierig.
Die Kaufoption über 22 Millionen Euro ließ der HSV verstreichen, da weder Ablöse noch Gehalt in das aktuelle Budget passen. Zudem wollen die Verantwortlichen den Großteil ihrer finanziellen Mittel nicht in einen einzigen Spieler investieren.
Schließlich muss nach der Rückkehr von Luka Vuskovic zu Tottenham Hotspur besonders eine Verstärkung für die Innenverteidigung verpflichtet werden. Hinzu kommen weitere Schlüsselpositionen wie die rechte Außenbahn und das Sturmzentrum. Sollte der FC Arsenal bei den finanziellen Forderungen deutlich entgegenkommen, könnte das Thema Vieira jedoch noch einmal Fahrt aufnehmen.
