Der Trainereffekt in Frankfurt ist bereits jetzt zweifelsfrei zu spüren. Unter dem neuen Trainer Albert Riera spielte man bereits sieben Punkte ein und blieb in zwei Spielen ohne Gegentor. Dazu kam ein bemerkenswert enges Spiel gegen den FC Bayern München, das mit einem stark geschwächten Kader bestritten wurde.
Damit kommt zwangsläufig die Frage auf, was zuvor bei Eintracht Frankfurt unter Dino Toppmöller schieflief und was Riera änderte, um der Mannschaft so schnell ein deutlich anderes Gesicht zu geben.
Missstände unter Toppmöller
Eine besonders gute Erklärung für die Probleme bietet eine von der Sport Bild zitierte Unterhaltung zwischen Sportvorstand Markus Krösche und Verteidiger Timothy Chandler nach dem 0:6-Desaster gegen Leipzig. Krösche soll demnach am Tag nach der Niederlage in die Kabine gegangen sein und gefragt haben: "Timmy, für was steht Eintracht Frankfurt?" Chandler antwortete: "Für Zusammenhalt." Worauf Krösche demnach nur mit einem klaren "und genau das haben wir nicht mehr!" konterte.
Demnach soll vor allem die Disziplin deutlich gelitten haben. Wie nun berichtet wird, gab es viele Situationen, in denen ein härteres Durchgreifen des Trainers notwendig gewesen wäre.
Die Rede in dem Bericht ist dabei von einem Mentaltrainer, der Kabinenansprachen hielt. Von einem Mannschaftskoch, der bei Spielen mit auf der Bank saß. Von strukturellen Streitigkeiten innerhalb der medizinischen Abteilung. Und von zahlreichen weiteren Punkten, bei denen der strukturelle Zustand innerhalb der Mannschaft zunehmend infrage gestellt werden musste.
Zu betonen ist dabei, dass solche Aufgaben allerdings nicht allein bei Toppmöller lagen. Hier müssen auch der Leiter der Lizenzspielerabteilung Christoph Preuß und Sportdirektor Timmo Hardung in das Bild gerückt werden.
Was Riera sofort anders macht
Genau hier lässt sich aber der Unterschied zwischen Toppmöller und Riera erkennen. Während der ehemalige Coach offenbar keine klare Ansprache in Richtung der genannten Verantwortlichen setzte, suchte Riera gleich zu Beginn seiner Amtszeit das direkte Gespräch.
Berichtet wird dabei besonders von einer Situation, in der Spieler nach dem Union-Spiel einen vereinbarten Termin verpassten. Eine Ansprache in Richtung Team-Betreuung durch den Trainer soll demnach prompt gefolgt sein.
Damit liegt auch nahe, warum sich die Eintracht am Ende für Riera entschied. Sein Ruf als direkter und konfrontationsbereiter Trainer könnte nach Ansicht des Vereins genau das gewesen sein, was für eine schnelle Wirkung notwendig war.
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