Borussia Mönchengladbach hat die Trainerfrage geklärt – und sich für einen Verbleib von Eugen Polanski entschieden. Sportchef Rouven Schröder will trotz einer insgesamt enttäuschenden Saison keinen kompletten Neustart einleiten und weiter auf die Dienste des 40-Jährigen vertrauen. Und das, obwohl Polanskis Bilanz ähnlich mager wie die von Vorgänger Gerardo Seoane war.
"Wir haben gemeinsam entschieden, mit Eugen als Cheftrainer weiterzumachen", teilte Schröder mit. "Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass es personelle Veränderungen geben muss – im Spielerkader, aber auch im Trainerteam. Mit den ersten Transfers haben wir diesen Prozess schon gestartet. Es wird kein Weiter-So geben, sondern wir müssen Dinge anpacken. Wir sind voller Tatendrang und haben große Lust auf die neue Saison."
"Eugen hat als junger Trainer bei seiner ersten Bundesligastation schon einige Herausforderungen gemeistert. Er hatte keine langfristige Vorbereitung mit der Mannschaft, in der er etwas hätte aufbauen können. Er kam in einer schwierigen Situation – inklusive neuem Sportchef – und hat diese angenommen und am Ende auch zum Erfolg geführt", stellte der Sportchef heraus. "Er hat während der Saison zahlreiche Drucksituationen gemeistert. Und nicht zuletzt: Er hat seinen Auftrag erfüllt: Wir wollten unbedingt die Klasse halten. Jetzt wollen wir Eugen die Möglichkeit geben, eine Vorbereitung zu haben, um seine Ideen umzusetzen."
Nach zwei Monaten als Interimslösung war Polanski Mitte November zum dauerhaften Cheftrainer befördert worden und erhielt in diesem Zuge auch einen neuen Vertrag bis Sommer 2028. Über drei Jahre lang stand er zuvor bei der zweiten Mannschaft an der Seitenlinie, wo er als großes Trainer-Talent galt.
Unter Polanski zeigte sich die Borussia defensiv zwar häufig stabil, war im Spiel mit dem Ball aber eines der harmlosesten Teams der Bundesliga. "Eugen war zu jeder Zeit in die Analyse involviert. Er hat sich sehr selbstkritisch gezeigt und darüber hinaus viele Verbesserungsvorschläge eingebracht", betonte Schröder.
"Man darf nicht vergessen: Eugen ist ein junger Bundesligatrainer, und jeder Bundesligatrainer beginnt irgendwann einmal. Eugen hat schon während der Saison Kritik an ihm und die schwierige Situation angenommen, sich beispielsweise nie über Verletzungssorgen beschwert und für sich persönlich Rüstzeug für seine Zukunft hinzugewonnen."
