Torhüterfrage in Frankfurt: Toppmöller gesteht Fehler ein
Von Leonard Schmidt

16 Gegentreffer in fünf Spielen entsprechen sicher nicht den Ansprüchen, die Eintracht Frankfurt an seinen eigentlich geplanten Stammkeeper stellt. Dennoch ließen sich nach dem 3:3 gegen Borussia Dortmund endlich wieder positive Worte für Kauã Santos finden, auch aus der sportlichen Führung.
Das nächste Santos-Comeback
Für den 22-jährigen Torhüter war das Duell gegen den BVB bereits das zweite Comeback in dieser Saison. Schon gegen Union Berlin stand der Brasilianer erstmals nach seiner langen Verletzungspause wieder auf dem Platz. Eine Pause, die man seinem Spiel sofort anmerkte. Mit vier Gegentoren und einer FotMob-Bewertung von 4,8 zählte Santos damals zu den schwächsten Akteuren der Partie.
Auch in den folgenden vier Begegnungen fehlte es der Eintracht sowohl auf dem Feld als auch zwischen den Pfosten an Sicherheit. Nicht zuletzt deshalb musste der Keeper anschließend 13 Spiele pausieren und Konkurrent Michael Zetterer den Platz räumen, ehe der Trainer ihm erneut das Vertrauen aussprach.
Nötige Ruhe in hektischem Spiel
Auch wenn man das zweite Comeback nicht als vollends gelungen bezeichnen kann, zeigte der 22-Jährige diesmal spürbare Fortschritte. Trotz drei Gegentoren und mehrerer brenzliger Situationen wirkte Santos über die vollen 90 Minuten deutlich stabiler als noch zu dem vorherigen Zeitpunkt der Saison. In einigen Momenten konnte er sogar wichtige Aktionen entschärfen und zum Punktgewinn beitragen. Mit drei Paraden und einer im Vergleich zu zuletzt klar verbesserten Passquote scheint es für den Keeper zumindest wieder bergauf zu gehen.
Diese Entwicklung blieb trotz des wenig zufriedenstellenden Ergebnisses nicht unbemerkt. Trainer Dino Toppmöller erklärte nach dem Spiel: "Er hat einiges entschärft, war sehr präsent bei der Flankenverteidigung. Genau das, was wir wollen." Auch Sportvorstand Markus Krösche fand lobende Worte: "Kaua hat ein sehr gutes Spiel gemacht, war mutig."
Eintracht erkennt eigenen Fehler bei Santos
Den jungen Torhüter nach einer langen Verletzungspause direkt wieder ins kalte Wasser zu werfen, sehen nun auch die Verantwortlichen selbstkritisch. "Es war vielleicht nicht der beste Zeitpunkt, den wir mit ihm gemeinsam gewählt haben, um ihn gegen Union ins Tor zu stellen", räumte Toppmöller ein.
Schon damals war die Entscheidung von außen deutlich hinterfragt worden. Zwar gilt Santos seit Längerem als großes Talent, doch ein Comeback in einer ohnehin verunsicherten Mannschaft kann schnell am eigenen Selbstvertrauen nagen.
Nach dem Spiel gegen Dortmund scheint der Keeper nun zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. Stimmen Leistung und Selbstvertrauen weiter, könnte die schwierige Phase für Santos schon bald in den Hintergrund rücken.
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