Mit dem Abgang von Thomas Müller stellte sich in München zurecht die Frage, wer im Kader eine zentrale Rolle im Mannschaftsgefüge übernehmen kann. Dazu kamen und kommen weitere Abgänge von tragenden Figuren: Leon Goretzka soll zum Saisonende den Verein verlassen, und um Kapitän Manuel Neuer gibt es über den Sommer hinaus noch keinerlei Klarheit.
Genau deshalb wirkt die Diskussion so naheliegend: Wer gibt künftig den Ton an, wenn es eng wird?
Struktur im Bayern-Kader bestens gesichert?
Man kann zurecht fragen, ob der FC Bayern München mittlerweile eine Führungsstruktur entwickelt hat, die langfristig den Weg zu Titeln und die Struktur der Mannschaft sichern kann? Bis jetzt lässt sich das ziemlich klar beantworten: ja, absolut.
Der Kader hat mit Joshua Kimmich einen naheliegenden Nachfolger für die Kapitänsbinde. Aber es geht längst nicht nur um ein Symbol am Arm. Entscheidend ist, ob die Rollen im Team klar verteilt sind und ob diese Rollen auch gelebt werden. Genau das wirkte zuletzt erstaunlich eindeutig.
Diese Dynamik ließ sich im Spiel gegen Werder Bremen gut beobachten. Als Neuer verletzt raus musste, ging die Binde erst an Kimmich, dann an Harry Kane und schließlich an Jonathan Tah. Alles innerhalb einer Halbzeit. Das wirkte nicht wie ein Plan B aus der Schublade, sondern wie eine Hierarchie, die jeder im Team kennt und akzeptiert.
Während die Bayern bei der Kapitänsfrage also gut vorgesorgt haben, gibt es darüber hinaus weitere Namen, die im Kader sichtbar Gewicht haben. Ein "Macht-Ranking" der Sport Bild über die entscheidenden Akteure macht klar, wer damit gemeint ist. Neben Michael Olise und Jamal Musiala zählen auch Serge Gnabry und Dayot Upamecano, die zuletzt neue Verträge erhalten haben, zu den Spielern mit einer wichtigen und entscheidungskräftigen Rolle.

Diese Gruppe soll nicht nur auf dem Platz für Struktur und Haltung sorgen, sondern auch daneben als Führungspersonen vorangehen. Bisher wirkt es so, als würde das funktionieren. Gerade unter Vincent Kompany macht die Mannschaft noch einmal einen erwachseneren und pflichtbewussteren Eindruck. Weniger Theater, weniger Alibi, mehr Klarheit in den Aktionen. Zumindest auf den ersten Blick.
Sind die Bayern wirklich krisenfest?
Und genau da beginnt der Punkt, an dem man ehrlich sein muss: Die vergangenen Monate sind kein endgültiger Beweis. München hatte einen phänomenalen Saisonstart und insgesamt nur wenige Ausrutscher. In so einer Phase wirkt jede Hierarchie stabil, weil Ergebnisse vieles automatisch glätten.
Die Frage nach echten Leadern stellt sich erst dann, wenn es unangenehm wird. Wenn ein Spiel kippt, wenn der Plan nicht aufgeht, wenn der Gegner drückt und plötzlich nicht mehr alles kontrollierbar wirkt. Dann zeigt sich, wer laut ist, wer Verantwortung übernimmt, wer das Team zusammenhält und wer nach dem Abpfiff auch den Kopf hinhält.
Und genau an diesem Punkt dürfte man den Kader bald bewerten können. Die Bayern stehen seit langem wieder nah am Sieg im DFB-Pokal. Dafür muss man sich zunächst gegen Bayer Leverkusen und später gegen Freiburg oder Stuttgart durchsetzen. In einem Wettbewerb, der oft genug seine eigenen Regeln schreibt, braucht es Führungsspieler, die im Spiel vorangehen und nach Rückschlägen Verantwortung übernehmen.
Auch international stehen die Leader bald unter besonderer Beobachtung. Mit Atalanta Bergamo wartet ein unangenehmer Gegner im Champions-League-Achtelfinale, eine Niederlage wäre aber zu keinem Zeitpunkt zu rechtfertigen. Danach würde es gegen Real Madrid oder Manchester City gehen, also gegen Teams, die dem FC Bayern München schon mehrfach sehr weh getan haben. Das sind die Spiele, in denen es nicht reicht, gut organisiert zu sein. Da braucht es Typen, die im Stress die richtigen Entscheidungen treffen, Ruhe ausstrahlen und auch nach einem Rückschlag nicht anfangen, wild zu werden.
Erst nach dieser Phase kann man wirklich über die Münchener Leader und ihre Mentalität urteilen. Hat man tatsächlich die Spieler, die das Team zum Sieg führen? Oder hat man vor allem Namen, die im Erfolg gut aussehen, aber eine Niederlage am Ende nicht vor den Kameras erklären können?
Mia san mia loading - und bislang sieht das neue Update richtig gut aus...
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