Thomas Müller zweifelt an WM-Chancen: DFB-Team kein Topfavorit
Von Franz Krafczyk

Im Sommer 2026 hofft die deutsche Nationalmannschaft auf ein deutlich besseres Abschneiden als bei den letzten beiden Weltmeisterschaften, als man bereits in der Gruppenphase ausschied. Mit dabei war damals auch Thomas Müller, der das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko erstmals als TV-Experte für Magenta TV begleiten wird.
Wirklich große Hoffnung, dass das DFB-Team beim kommenden Turnier den fünften Stern nach Hause holt, scheint der 36-Jährige nicht zu haben. Zumindest zählt Deutschland für Müller nicht mehr zu den Topfavoriten der WM.
"Wir haben genügend Qualität, um jede Top-Nation an einem einzelnen Tag zu schlagen. Aber ich sehe umgekehrt die Stabilität nicht, dass wir kaum zu schlagen wären."
- Thomas Müller
"Wir haben genügend Qualität, um jede Top-Nation an einem einzelnen Tag zu schlagen. Aber ich sehe umgekehrt die Stabilität nicht, dass wir kaum zu schlagen wären", erklärte Müller im Interview mit dem kicker.
Es sei ein Unterschied, ob man "mal jemanden schlagen" kann oder "selbst ganz schwer zu besiegen" sei. "Deshalb sind wir keiner der engeren Favoriten. Trotzdem sollte jeder im Kader mit dem Mindset ins Turnier gehen, alles in die Waagschale zu werfen, um das Finale möglich zu machen", führte der 131-fache Nationalspieler weiter aus.
"Der Übergang misslang": Müller mit knallharter Analyse
Die Ursachen für die Außenseiterrolle liegen laut Müller in der Vergangenheit. Baute der WM-Titel im Jahr 2014 noch auf kleineren Erfolgen wie der U21-Europameisteschaft 2009 oder dem dritten Platz bei der WM 2010 auf, ließ der deutsche Fußball nach dem großen Triumph in Brasilien spürbar nach. "Es gab aufgrund der Gesamtentwicklung mehr Stabilität", erinnerte sich Müller.
"Dann kam 2018, als wir die Vereinigung von Weltmeistern und Confed-Cup-Siegern nicht hinbekommen haben. Der Übergang misslang. Die neue Generation hat zwar auch im Vereinsfußball Fuß gefasst. Allerdings nicht immer gleich in mehr oder weniger tragenden Rollen", kritisierte der langjährige Bayern-Star.
"In diesem Stadium befindet sich der deutsche Fußball seit längerer Zeit. Es kommen immer wieder Talente hoch, aber feste Größen in Teams, die regelmäßig im Halbfinale oder Finale der Champions League unterwegs sind und diese Erfahrung sammeln, Verantwortung gespürt haben und gefestigt sind, haben wir kaum", so Müller weiter. "Was ich meine, ist die Konstanz. Diese Entwicklung muss wieder einsetzen, um zu den Top-3-Kandidaten auf den WM-Titel zu gehören."
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