Die Ergebnisse vom vergangenen Sonntag haben dem anstehenden Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV zusätzliche Bilanz verliehen. Kurz nachdem sich die Grün-Weißen beim direkten Konkurrenten aus Köln mit 1:3 geschlagen geben mussten und auf Platz 15 abrutschten, ging der HSV mit 0:4 beim VfB Stuttgart unter.
Ein Sieg wäre vor allem für die akut abstiegsgefährdeten Bremer notwenig, doch auch die Rothosen brauchen nach nur einem Sieg aus den jüngsten acht Bundesliga-Spielen dringend wieder ein Erfolgserlebnis, um nicht noch unten reinzurutschen.
Wie hoch der Druck in diesem besonderen Aufeinandertreffen sein kann, weiß Aaron Hunt nur allzu gut. Der frühere Mittelfeldspieler lief in seiner Karriere für beide Klubs auf, wobei er im Werder-Trikot deutlich mehr Nordderbys absolvierte (13) als im Dress des HSV (drei).
"Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Aber wenn die Hamburger personell komplett sein sollten, denke ich, dass sie von der Spielweise einen Tick besser sind", prognostiziert Hunt im Bild-Interview vor dem großen Spiel am Samstag (15:30 Uhr).

Thioune-Effekt "verpufft" - Polzin überrascht Hunt
Der Fokus liegt vor dem 155. Nordderby auch auf den beiden Trainern. HSV-Coach Merlin Polzin trifft dabei auf Daniel Thioune, der einst beim VfL Osnabrück und später in Hamburg noch sein Lehrmeister war. Doch nun sieht Hunt den früheren Lehrling im Vorteil.
"Thioune hat meiner Meinung nach in Bremen keine große Aufbruchstimmung erzeugt. Und wenn, ist sie schon verpufft", bemängelt der 39-Jährige und lobt Polzin: "Ich muss schon sagen, dass mich Polzin und die Arbeit seines Trainerteams positiv überrascht haben. Mir gefällt Polzins Herangehensweise bei den Spielen. Der HSV spielt als Aufsteiger eine gute und solide Saison."
Laut Hunt wird es spannend zu beobachten sein, ob die beiden Trainer versuchen werden, sich gegenseitig mit ihren Taktiken auszutricksen. "Immerhin haben beide gemeinsam beim VfL Osnabrück und dem HSV sieben Jahre zusammengearbeitet. Da kommen unzählige Stunden in der Trainerkabine zusammen, in denen die zwei über entsprechende Taktiken diskutiert haben und am Ende auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind", sagt der dreimalige Nationalspieler.
