Thioune erklärt Joker-Rolle von Werders "Unterschiedsspieler"

Samuel Mbangula soll der "Unterschiedsspieler" bei Werder Bremen sein. Unter Daniel Thioune ist der Königstransfer des vergangenen Sommers aber nur Joker. Der neue SVW-Coach macht deutlich, warum.
Samuel Mbangula ist unter Daniel Thioune bislang nur Joker
Samuel Mbangula ist unter Daniel Thioune bislang nur Joker / FOCKE STRANGMANN/GettyImages
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Er ist eines der derzeit größten Rätsel am Osterdeich: Samuel Mbangula. Im vergangenen Sommer als Königstransfer für rund zehn Millionen Euro von Juventus verpflichtet, kann der 22-jährige Belgier der Werder-Offensive bislang nicht wie erhofft den Stempel aufdrücken.

Mit erst 22 Saisontoren stellen die Grünweißen die drittschwächste Offensive der Bundesliga. Ein Grund, warum die Bremer als Tabellen-16. um den Klassenerhalt bangen müssen. Mbangula konnte bislang drei Tore und vier Vorlagen erzielen. Das größte Problem aus seiner Sicht: Er kommt viel zu selten zum Zug.

Thioune wird bei Mbangula deutlich

Nach dem Trainerwechsel von Horst Steffen zu Daniel Thioune war der Angreifer zweimal nur Joker. So wie in neun seiner 19 Bundesliga-Einsätze. In Freiburg hatte Mbangula nach seiner Einwechselung eine Chance für einen Treffer verpasst. Sein neuer Trainer übte im Anschluss öffentlich Kritik: "Wenn ein Spieler von seiner Qualität auf dem Platz steht, dann muss er den Unterschied ausmachen - das hätte er in Freiburg mit seiner großen Torchance machen können. Er muss fleißig und beharrlich arbeiten. Das hat er diese Woche getan. Ich hätte mir in den ersten zwei Tagen grundsätzlich mehr gewünscht von ihm, das habe ich ihm gesagt", so Thioune deutlich.

Auch im zweiten Spiel unter dem neuen Coach blieb Mbangula folglich nur Joker. Beim 0:3 gegen die Bayern durfte der 22-Jährige immerhin eine Halbzeit ran. Dass Thioune im Duell mit dem Rekordmeister auf Mbangula in der Startelf verzichtete, könnte man auch damit erklären, dass der Fokus mehr auf der Defensive lag.

Mbangula muss "Unterschiedsspieler in beide Richtungen sein"

Diesen Ansatz wählte nun auch Thioune: "Wir sehen auf der einen Seite die Qualität am Ball, auf der anderen Seite aber auch das Potenzial, das er noch im Spiel gegen den Ball besitzt."

Der Werder-Coach machte seinen Punkt auch an den Offensiv-Stars der Bayern fest: "Da kann man von den Großen lernen. Wenn man Harry Kane sieht und wie der dem Ball hinterhergeht, die eigene Box mitverteidigt. Oder wie ein Lennart Karl am eigenen zweiten Pfosten Felix Agu und Marco Grüll am Abschluss hindert."

Sein Appell: "Sam [Mbangula] kann ein Unterschiedsspieler sein, aber wenn er es ist, dann muss er es in beide Richtungen sein."

Wie groß Mbangulas Enttäuschung über den Bankplatz gegen die Bayern sei, wollte Thioune derweil nicht bewerten. "Im besten Fall hat er es professionell aufgenommen. Ich kann in die Köpfe nicht hineinschauen. Ein Stück Enttäuschung ist immer gegeben", meinte der SVW-Coach. Und fügte hinzu: "Der Rasen ist immer noch der beste Ort, um mir zu zeigen, dass meine Entscheidungen falsch sind."

Das sollte Werders Königstransfer in dieser Trainingswoche dringend tun. Auf die Bremer warten entscheidende Duelle. Der SVW spielt mit St. Pauli und Heidenheim zunächst gegen die beiden Schlusslichter der Tabelle. Nach zwölf sieglosen Spielen in Serie sind Erfolge in diesen direkten Duellen absolute Pflicht.

Im Anschluss treffen die Bremer dann auf Union Berlin, Mainz und Wolfsburg. Ebenfalls Gegner, gegen die man punkten muss, um die Klasse zu halten. Mbangula soll und will helfen, dass das gelingt. Das muss er aber "in beide Richtungen" tun.


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