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Stuttgarts Stürmer-Flaute: Woran es bei Demirovic und Co. hakt

Nach sechs Bundesliga-Spieltagen haben die Schwaben erst ein Stürmertor auf ihrem Konto. Doch woran liegt das eigentlich?
VonTim Pflieger
Ermedin Demirovic kommt nicht an seine Champions-League-Form ran.
Ermedin Demirovic kommt nicht an seine Champions-League-Form ran. | Oliver Hardt/GettyImages

In der vergangenen Spielzeit hat der VfB Stuttgart mit 71 Treffern die zweitbeste Offensive der gesamten Bundesliga gestellt. Allein Deniz Undav (19 Tore) und Ermedin Demirovic (12 Tore) waren zusammen 31-mal erfolgreich. Doch in dieser Saison will der Ball einfach nicht ins Netz, der VfB-Sturm erlebte einen Stotterstart.

Nach sechs Spieltagen erzielte Demirovic den einzigen Stürmer-Treffer für Stuttgart. Nach dem sehenswerten Tor des Bosniers gegen den 1. FC Köln (4:1) nach Solo-Lauf über das halbe Feld kam im deutschen Oberhaus kein weiteres Erfolgserlebnis des Trios Demirovic, Undav und Dzenan Pejcinovic hinzu.

Undav erst ohne Abschlüsse, jetzt ohne Abschlussglück

Bei Undav muss erwähnt sein, dass er in den ersten Saisonspielen bislang auf der Zehnerposition eingesetzt wurde und nicht in der Spitze. Zu Beginn der Spielzeit versuchte der 30-Jährige stark, das Spiel an sich zu reißen, sich den Ball früh abzuholen und selbst Aktionen zu initiieren. Das hat mal besser und mal schlechter funktioniert. Doch dabei konnte sich der 13-fache deutsche Nationalspieler nur selten selbst in gefährliche Abschlusssituationen bringen.

Mittlerweile versucht Undav zwar weiterhin in gewohnter Manier das Spiel mitzugestalten, hat aber eine bessere Balance gefunden, um sich auch in den brenzligen Zonen im und um den gegnerischen Strafraum aufzuhalten. Dementsprechend kam der VfB-Star zuletzt sowohl beim SC Paderborn (2:0) und dem Hamburger SV (0:1) zu einigen aussichtsreichen Abschlüssen. Doch noch fehlt Undav dabei die letzte Präzision und das kleine Quäntchen Glück, um endlich seine Durststrecke in der Bundesliga zu beenden. Ob geblockt, stark pariert oder durch den Pfosten verhindert: Irgendwie geht der Ball aktuell einfach nicht rein.

Demirovic mit ungewohnten Schwächen vor dem Tor

Dass Demirovic nicht unbedingt der schnellste Spieler mit der besten Technik ist, wissen VfB-Fans. Allerdings konnte man sich bei Medo eigentlich immer auf eins verlassen: Seine Kaltschnäuzigkeit im gegnerischen Strafraum. Seltsamerweise klappt das in der Champions League auch einwandfrei, dort steht der 28-Jährige nach zwei Partien schon bei vier Treffern und hat einen neuen VfB-Rekord aufgestellt.

Aber in der Bundesliga lässt Demirovic seine Qualitäten vor dem Tor bislang noch vermissen. Selbst Situationen, die normalerweise wie für den bulligen Bosnier gemacht sind, bringen nichts ein. Allein beim HSV kam Demirovic zweimal zu eigentlich gefährlichen Kopfballgelegenheiten aus guter Position in der Box. Doch beide Versuche waren letztendlich nicht einmal knapp. In der vergangenen Saison hätte der VfB-Stürmer diese Bälle blind aufs Tor gebracht oder in die Maschen geköpft, mag man meinen.

Pejcinovic nicht ins VfB-Spiel eingebunden

Pejcinovic kam natürlich mit der Last auf den Schultern von einer 25-Millionen-Euro-Ablöse aus Wolfsburg an den Neckar. Wichtig zu beachten ist: Der gebürtige Münchner ist erst 21 Jahre alt und spielt erst seit zwei Monaten beim VfB. Als junger Spieler ist es menschlich, dass der Start mit so einer hohen Erwartungshaltung der Fans erstmal holprig verlaufen kann. Vor allem, weil Pejcinovic die Messlatte mit seinem Dreierpack in der ersten DFB-Pokal-Runde gegen Hansa Rostock (4:0) selbst sehr hoch gelegt hat.

Allerdings muss bald trotzdem etwas mehr vom deutschen U21-Kicker kommen. Pejcinovic wirkt in einigen Phasen des Spiels nicht sonderlich gut ins Team eingebunden und hat noch zu wenig Impact in der schwäbischen Offensive. Überdies leistet sich der Angreifer untypische Ballverluste – und das, obwohl er technisch eigentlich ein gutes Niveau mitbringt. Wenn Pejcinovic dann mal zum Abschluss kommt, fehlt es auch noch an der letzten Überzeugung und Präzision. Vielleicht muss gerade bei ihm der Knoten erstmal platzen, sodass er mit breiter Brust und großem Selbstvertrauen zu einem echten Gewinn für die Jungs aus Bad Cannstatt werden kann.


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