Beim Hamburger SV herrscht nach dem feststehenden Wechsel von Ransford Königsdörffer dringender Handlungsbedarf in der vordersten Linie. Wie 90min bereits ausführlich zum Paukenschlag um Königsdörffer berichtete, hat der HSV den Poker um den 24-Jährigen endgültig verloren. Der ghanaische Nationalspieler schloss sich ablösefrei dem Liga-Konkurrenten FSV Mainz 05 an.
Laut Informationen des Hamburger Abendblatts hatten Sportdirektor Claus Costa und Trainer Merlin Polzin bis zuletzt um den schnellen Offensivmann gekämpft und ihm eine Vertragsverlängerung über drei Jahre vorgelegt. Letztlich entschied sich Königsdörffer jedoch für das finanziell lukrativere Angebot aus Rheinhessen, wo er neben Philip Tietz künftig als zweite Spitze auflaufen soll.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist der ablösefreie Verlust des entwicklungsfähigen Angreifers für die Hanseaten der absolute Worst Case.
Kommt nun sogar der dreifache Transfer-Schlag?
Sportlich lässt sich der Abgang durch kluges Scouting zwar auffangen, doch die Kaderplaner stehen nun vor einer echten Mammutaufgabe. Da neben Königsdörffer auch der bisherige Leihspieler Damion Downs den Verein verlassen hat, steht fest, dass der HSV mindestens zwei neue Stürmer verpflichten wird. Es könnte in den kommenden Wochen jedoch noch weitaus turbulenter werden.
Vieles hängt von der Zukunft von Robert Glatzel ab. Der 32-jährige Routinier kam unter Polzin zuletzt nur noch selten zum Zug, da der Coach gänzlich andere Stürmertypen präferiert. Das Management des Angreifers sondiert dem Vernehmen nach bereits intensiv den Markt. Sollte Glatzel seinen eigentlich bis 2027 datierten Vertrag vorzeitig beenden und den Volkspark verlassen, würde der HSV im Angriff wohl sogar dreifach zuschlagen.
Ein zwingend notwendiger Schritt, zumal auch hinter der dauerhaften Fitness von Sturm-Routinier Yussuf Poulsen weiterhin ein gewaltiges Fragezeichen steht.
Interne Alternativen hoffen auf ihre Chance
Während die sportliche Führung den Markt nach externen Verstärkungen abgrast, wittern die verbliebenen Angreifer im Kader ihre Chance. Rayan Philippe, der trotz überwiegender Reservistenrolle mit seiner Debütsaison und fünf erzielten Treffern zufrieden ist, will sich bei den Rothosen in der Vorbereitung durchbeißen. Sollte Polzin an seinem bewährten 3-5-2-System festhalten, wäre Philippe eine ideale Option als hängende Spitze.
Gleiches gilt für das vielversprechende Top-Talent Otto Stange. Der Youngster möchte den Klub am liebsten gar nicht verlassen und sich in Hamburg etablieren. Ob für ihn ein Verbleib am Ende jedoch sinnvoller ist als eine zwischenzeitliche Leihe, wird maßgeblich davon abhängen, wie viele neue Stürmer Claus Costa am Ende tatsächlich noch an die Elbe lotst.
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