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Strittige Schiri-Szenen bei Bayer vs. Bayern - Manuel Gräfe wird deutlich

Die Bayern kritisierten Christian Dingert nach dem Leverkusen-Spiel scharf. Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe widersprach nun und deutete an, dass Luis Diaz sogar früher hätte fliegen können.
Ex-Schiri Manuel Gräfe
Ex-Schiri Manuel Gräfe | picture alliance/GettyImages

Es war das Thema des 26. Spieltags der Bundesliga. Bayer 04 Leverkusen und der FC Bayern München lieferten sich am Samstag ein wildes Duell, das mit einem 1:1 endete. Vor allem die Entscheidungen von Schiedsrichter Christian Dingert sorgten dabei für laute Kritik und zahlreiche Diskussionen.

Viel Unterstützung für Dingert

Ex-Referee Manuel Gräfe erklärte in einem BILD-Video die Umstände und die "Schwerstarbeit", die Dingert auf dem Platz leisten musste. Dabei gab er dem gestrigen Schiedsrichter in den meisten Situationen nun recht und stärkte seinem Kollegen den Rücken.

Bei den nicht gegebenen Toren für die Bayern, beide wegen Handspiels aberkannt, widersprach er den Argumenten der Münchner deutlich. Vincent Kompany erklärte nach dem ersten nicht gegebenen Treffer noch: "Was soll Jonathan Tah da machen? Er macht nichts mit Absicht und sein Arm ist am Körper." Gräfe entgegnete dem deutlich: "Das Einfachste und Berechtigte war der Eingriff bei Tah. Wenn man so direkt mit der Hand ein Tor erzielt, dann ist das abzuerkennen. Berechtigter Eingriff und kein Tor für Bayern."

Auch bei der Roten Karte gegen Nicolas Jackson stellte sich Gräfe auf die Seite des Unparteiischen.

Hatte Bayern sogar Glück?

Besonders brisant wird Gräfes Einschätzung bei der Szene rund um Luis Diaz. Aus seiner Sicht hätte der Bayern-Angreifer sogar früher vom Platz gestellt werden müssen. Kurz nach dem Ausgleichstreffer erwischte Diaz Aleix Garcia mit einem hohen Bein am Kopf.

Gräfe sagte dazu selbstsicher: "Diaz sieht seinen Gegenspieler zwar spät. Aber er hätte die Situation trotzdem abbrechen können. Er geht das Risiko ein. [...] Wenn man auf zwei Meter Höhe den Ball mit dem Fuß spielen will und dann den Gegner am Kopf trifft, dann ist das eigentlich eine Rote Karte."

Auch beim tatsächlichen Platzverweis wenig später wurde Gräfe deutlich. Obwohl Dingert seine Entscheidung im Nachhinein bei Gelb-Rot selbst als falsch einordnete, sah Gräfe hier keinen Fehler: "Der Spieler will hier nichts anderes als den Elfer ziehen. [...] Warum gibt es den Kontakt? Diaz nur mit langem Schritt und sucht dann rechts den Kontakt zum Torhüter."

Weiter führte er aus: "Er will den Elfmeter ziehen und wer den Elfmeter ziehen möchte, ohne dass ein Foulspiel vorliegt, der will den Schiedsrichter täuschen. Und wenn ich schon Glück hatte bei der Gelben, muss ich dann auch vielleicht damit leben."

Luis Diaz fällt nach kleinem Kontakt
Luis Diaz fällt nach kleinem Kontakt | A. Scheuber/GettyImages

In dem Zusammenhang muss man aber festhalten: Diaz spürt einen Kontakt, fällt und steht danach ohne großes Theater sofort wieder auf. Wie sehr hier tatsächlich versucht wurde, den Schiedsrichter zu täuschen, bleibt diskutabel. Zumal ähnliche Szenen bereits mehrfach anders bewertet wurden, etwa im Champions-League-Spiel zwischen Arsenal und Leverkusen, als Noni Madueke nach ähnlich viel Kontakt zu Boden ging.

"Nicht im Sinne des Fußballs"

Überraschend fand Gräfe dagegen keinen Gefallen an der Abseitsentscheidung beim vermeintlichen Leverkusener Führungstreffer in der Nachspielzeit: "Das mag Abseits im technischen Sinne sein, aber dafür wurde die Abseitsregel nicht erfunden. Man soll sich keinen Vorteil verschaffen. Ist das ein Vorteil, wenn man überhaupt nicht erkennen kann: Ist das die Schulter, ist das der Oberarm?"

Nach seiner Ansicht "will man ja eigentliche Tore sehen und kein Millimeterabseits." Die knappe Entscheidung hätte aus seiner Sicht eher zugunsten von Leverkusen ausfallen sollen. Nach Gräfes Lesart wirkte der Spielverlauf für die Bayern damit sogar eher glücklich.

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