Geld ist im modernen Profifußball bekanntlich viel, aber eben nicht alles. Beim FC Schalke 04 kann man sich derzeit glücklich schätzen, dass einige Akteure im Kader genau diese romantische Ansicht teilen. Abwehrchef Nikola Katic verzichtete vor einem Jahr auf ein lukratives Angebot aus Zypern, um die Emotionen auf Schalke zu erleben. Altstar Edin Dzeko war von seinem ersten halben Jahr im Revier derart bewegt, dass er seine Karriere nun in Gelsenkirchen ausklingen lässt. Und auch Sommer-Neuzugang Robin Gosens, ein glühender Schalke-Fan seit Kindheitstagen, hätte andernorts mit Sicherheit einen deutlich höher dotierten Vertrag unterschreiben können.
Solche emotionalen Bindungen helfen Sportvorstand Frank Baumann, Sportdirektor Youri Mulder und Vorstandsboss Matthias Tillmann am Verhandlungstisch enorm. Denn das große Geld ist beim Traditionsklub trotz des Aufstiegs in die Bundesliga längst nicht mehr zu verdienen. Die finanzielle Lage bleibt mit einem negativen Eigenkapital von fast 100 Millionen Euro extrem angespannt.
Die neue Obergrenze: 1,5 Mio. Euro sind das absolute Maximum
Um ein erneutes finanzielles Fiasko in der Zukunft zu vermeiden, hat die sportliche Führungsebene nach Informationen der Sport Bild einen knallharten internen Beschluss gefasst: Kein Spieler im Kader darf ab sofort mehr als 1,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Eine Summe, die beim Reviernachbarn Borussia Dortmund teilweise schon Nachwuchstalente einstreichen, stellt in Gelsenkirchen nun den absoluten Gehaltsdeckel dar.
So ist es nur logisch, dass sich das aktuelle Gehaltsgefüge streng unterhalb dieser magischen Grenze bewegt. Die absoluten Top-Verdiener im Team sind Kapitän Kenan Karaman, Aufstiegs-Torwart Loris Karius und Neuzugang Robin Gosens. Ihr jährliches Grundsalär liegt geschätzt bei rund 1,3 Millionen Euro und kann durch leistungsbezogene Prämien noch leicht ansteigen.
Leite lehnt das Schalker Limit ab
Dass diese strikte Obergrenze jedoch auch schmerzhafte sportliche Konsequenzen auf dem Transfermarkt haben kann, zeigte sich in den vergangenen Tagen bei der Personalie Diogo Leite. Der 27-jährige Innenverteidiger, der in den vergangenen vier Jahren zu den absoluten Leistungsträgern beim 1. FC Union Berlin zählte und mit den Eisernen sogar in der Champions League auflief, war nach seinem Vertragsende ablösefrei auf dem Markt.
Schalke 04 wollte den 1,90 Meter großen Linksfuß unbedingt verpflichten und ging dafür laut Sport Bild bis an das absolute Limit: Königsblau bot Leite exakt das Maximalgehalt von 1,5 Millionen Euro und packte obendrein ein üppiges Handgeld von über 250.000 Euro auf den Tisch. Doch der Portugiese lehnte das königsblaue Angebot ab.
Den spielstarken Defensivmann zieht es stattdessen ins europäische Ausland, wo Gehaltsobergrenzen dieser Art eher unüblich sind. Nachdem er einen extrem lukrativen Wechsel nach Saudi-Arabien zum al-Diraiyah FC kurzfristig platzen ließ, gelten nun Lazio Rom aus der italienischen Serie A sowie der spanische Traditionsklub und La-Liga-Rückkehrer Deportivo A Coruña als die heißesten Anwärter auf eine Verpflichtung.
Die Schalker Verantwortlichen mussten die bittere Absage zähneknirschend hinnehmen, blieben ihrer neuen wirtschaftlichen Linie aber treu – und reagierten prompt. Als direkte Alternative für die Abwehrzentrale wurde stattdessen der 28-jährige Maximilian Wöber von Leeds United verpflichtet, der nun anstelle von Leite die königsblaue Defensive in der Bundesliga stabilisieren soll.
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