Bei Borussia Dortmund steht ein Umdenken in der Entwicklung von Top-Talenten an. In der Vergangenheit verliefen die Ausleihen vielversprechender Nachwuchsspieler selten so, wie es sich die sportliche Führung erhofft hatte. Sportdirektor Ole Book plant daher gemeinsam mit den Verantwortlichen des Nachwuchsleistungszentrums, in Zukunft mehrjährige Entwicklungspläne für die vielversprechendsten Talente auszuarbeiten.
Die Leihstationen sollen künftig wesentlich präziser ausgewählt und exakt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Jugendspieler zugeschnitten werden, um eine Stagnation in deren Entwicklung zu verhindern.
Keine Perspektive unter Kovac
Die ersten sportlichen Opfer dieser neuen strategischen Ausrichtung stehen offenbar bereits fest. Ursprünglich hegte der BVB die Hoffnung, Kjell Wätjen, Cole Campbell, Julien Duranville und Diant Ramaj zur Spielzeit 2026/27 in das Profiteam von Niko Kovac zu integrieren. Laut dem kicker stehen die Zeichen bei diesem Quartett nun jedoch eindeutig auf Verkauf. Um bei einer plötzlichen Leistungsexplosion der Youngster in der Zukunft nicht das Nachsehen zu haben, wollen sich die Dortmunder bei allen potenziellen Abgängen jedoch eine Rückkaufoption vertraglich zusichern lassen.
Kjell Wätjen konnte bei seiner Leihe zum Zweitligisten VfL Bochum in der abgelaufenen Saison zwar 25 Ligaspiele absolvieren, stand dabei jedoch nie über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen. Da der 20-jährige Mittelfeldspieler im Dortmunder Profikader keine Aussicht auf Einsatzzeiten hat und ein erneuter Gang in die Regionalliga-Reserve des BVB für ihn nicht infrage kommt, steuert alles auf eine endgültige Trennung zu. Noch ist allerdings kein neuer Verein in Sicht, wenngleich eine feste Verpflichtung durch den VfL Bochum weiterhin im Raum steht.
Cole Campbell hingegen durfte im vergangenen Halbjahr immerhin fünf Bundesliga-Spiele für die TSG Hoffenheim bestreiten. Für den 20-jährigen Rechtsaußen könnte es bei den Kraichgauern fest weitergehen, da sich Hoffenheim für das internationale Geschäft qualifiziert hat und ein dauerhafter Verbleib dort durchaus eine Option darstellt.
Verletzungssorgen und der harte Kampf im Tor
Deutlich komplizierter stellt sich die Lage bei Julien Duranville dar. Der belgische Flügelspieler hatte in Dortmund unter Trainer Kovac mit Verletzungssorgen sowie Disziplinarproblemen zu kämpfen, weshalb er in der Rückrunde an den FC Basel verliehen wurde. In der Schweiz kam er auf 16 Einsätze und zwei Treffer. Der BVB sucht nun aktiv nach einem Käufer und lehnte zuletzt bereits eine Offerte der AC Monza ab, die intern als absolutes "Witz-Angebot" bewertet wurde. Aktuell gilt Racing Straßburg als ein möglicher Abnehmer für den 20-Jährigen.
Der einzige Spieler, dessen Leihe zumindest in weiten Teilen nach Plan verlief, ist Diant Ramaj. Der 24-jährige Torhüter absolvierte für den 1. FC Heidenheim 31 Bundesliga-Spiele, verlor seinen Stammplatz jedoch im Mai überraschend an Frank Feller. Da an BVB-Stammkeeper Gregor Kobel auch in Zukunft kein Vorbeikommen ist und sich Ramaj nicht dauerhaft auf die Ersatzbank setzen möchte, strebt das Dortmunder Management auch hier einen dauerhaften Transfer an. Ähnlich wie bei Wätjen gibt es bei Ramaj aktuell jedoch noch keinen konkreten Interessenten.
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