Im Zusammenhang mit der DFB-Elf gab es zuletzt reichlich Diskussionsstoff. Ob bei den katastrophalen Auftritten bei vergangenen Wettbewerben, Trainer-Fragen oder Personalien im Kader generell. Vor allem beim letzten Punkt gab es einen Namen, der immer und immer wieder neu aufgemacht wurde: Leon Goretzka.
67 Mal lief der 31-Jährige bisher für die DFB-Elf auf. Zuletzt erarbeitete er sich in der Nations League wieder ein Comeback, nachdem er bei der Heim-EM zuhause bleiben musste. Damit musste sein Name zwangsläufig wieder mit einem Ticket zur WM in Verbindung gebracht werden.
Zuletzt hatte auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus den Bayern-Spieler zur WM gesprochen: "Leon ist meiner Meinung nach ein fixer Teil der WM-Mannschaft oder des Kaders. Leon verhält sich absolut top." Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte gegenüber dem kicker von Goretzka geschwärmt und ihm sogar einen Platz in der Startelf in Aussicht gestellt. Doch ist das richtig?
Warum Goretzka mit zur WM sollte

Mentalitätsmonster für die Kabine
Einer der wichtigsten Punkte, der im Zusammenhang mit Goretzka immer wieder genannt wird, ist seine glasklare Führungsrolle und sein Auftreten neben dem Platz. In den vergangenen Jahren sollte er immer wieder bei den Münchnern aussortiert werden. Letztendlich spielt er aber noch immer eine Rolle im Kader der Bayern. Genau so eine Energie und ein solches Pflichtbewusstsein könnten vor allem junge deutsche Spieler bei einem großen Wettbewerb gut gebrauchen.
Erfahrung in großen K.o.-Wettbewerben
Wie bereits angesprochen, kann Goretzka vor allem durch seine Mentalität vorangehen. Aber auch seine Erfahrung bei großen K.o.-Wettbewerben ist ein Argument für ihn, ob mit Bayern oder auch mit der Nationalmannschaft. Sollte der Nationaltrainer also auch viele junge Spieler wie einen Lennart Karl mitnehmen, wäre ein eingesessener und erfahrener Spieler wie Goretzka ideal für eine Führungsrolle.
Schweizer Taschenmesser im Notfall
Der Grund, warum Goretzka in der Diskussion oft mit so vielen deutschen Mittelfeldspielern verglichen wird, ist dabei sogar ein Vorteil. Er kann nicht nur normal im Zentrum spielen. Vielmehr kann er die komplette Länge eines Mittelfeldspielers auskleiden. Ob als Box-to-Box-Spieler mit Torgefahr bei Standards, als physisch starker Abräumer, solider Passspieler oder im absoluten Notfall sogar als Innenverteidiger. Bei der WM hätte Nagelsmann mit ihm also den perfekten Kandidaten, um eine ungeplante Lücke in einem Spiel provisorisch zu flicken.
Warum Goretzka zuhause bleiben sollte

Zu wenig Einsatzzeit
Genau seine Rolle bei Bayern könnte ihm am Ende aber auch zum Verhängnis werden. Bislang war Goretzka vor allem Reservist und ein Mann zum Auffüllen des Kaders. Da Joshua Kimmich klar gesetzt ist, gibt es nur einen freien Platz, den Goretzka bei Bayern belegen könnte. Doch den hat zuletzt vor allem Aleksandar Pavlovic oft genug einnehmen dürfen. Im Vergleich zu anderen Alternativen kommt er also nicht ganz auf die so wichtigen Einsatzzeiten und Startminuten.
Viele junge Alternativen
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Diskussion ist ganz klar die Konkurrenz, die im deutschen Mittelfeld herrscht. Je nach Spielstil hat der DFB sehr viele Spieler, die auf absolutem Top-Niveau ihre Spielzeit sammeln, ob ein Angelo Stiller, Aleksandar Pavlovic oder Felix Nmecha. Dabei geht es nicht mal nur um die reine Leistung im Vergleich. Der DFB muss auch seine jungen Spieler früh einbinden und ihnen den Platz auf der ganz großen Bühne geben. Wie internationale Wettbewerbe zuletzt immer wieder gezeigt haben, können auch Talente in großen Spielen viel bewirken.
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