Die neue Bundesliga-Saison 2026/27 steht vor der Tür! Und wie das in jedem Jahr so ist, versucht man sich vor dem Start auszumalen, wie die Tabelle am Saisonende aussehen könnte.
TV-Experte Lothar Matthäus hat nun ebenfalls eine Prognose gewagt und die Endplatzierung der 18 Bundesliga-Teams getippt. Vorweg: Einen heißen Kampf um die Meisterschaft sieht der 65-Jährige nicht. "Auf die Gefahr hin, dass meine erste Prognose auf Kosten der Spannung im Titel-Rennen geht: Auch in dieser Saison wird im Normalfall keine Mannschaft die Qualität haben, es mit dem Super-Kader des FC Bayern im Meister-Rennen aufzunehmen", meinte Matthäus bei Bild. "Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Selbst Bayerns B-Mannschaft hätte eine Chance im Meister-Rennen gegen die Mit-Konkurrenten Dortmund, Stuttgart, Leipzig und Leverkusen!"
Platz eins ist also schon einmal vergeben. Auf Platz zwei sieht Matthäus wie im Vorjahr den BVB, danach folgt der VfB Stuttgart "als erste Überraschung" – "sofern man den VfB Stuttgart unter Sebastian Hoeneß überhaupt noch so nennen darf", ergänzte der Experte.
Leverkusen verpasst CL erneut, Mainz als größte Überraschung
Den letzten Champions-League-Platz belegt RB Leipzig, was wiederum bedeutet, dass Bayer Leverkusen erneut die Königsklasse verpassen würde. Matthäus sieht die Werkself als Fünfter, da er abwarte, "ob die vielen Neuzugänge auch auf dem Platz miteinander zurechtkommen". Dazu sei der langfristige Ausfall von Kennet Eichhorn "wirklich bitter".
Hinter den Top-Fünf prognostiziert Matthäus einen Vierkampf, aus welchem der 1. FSV Mainz als Sieger hervorgehen könnte. Zum einen, weil der 65-Jährige einen riesiger Fan von Urs Fischer ist. Zum anderen, weil die Mainzer sich für die neue Saison "clever verstärkt" haben. "Mit Ransford Königsdörffer kommt ein Stürmer vom HSV ablösefrei. Auch Eric Martel aus Köln und Como-Rückkehrer Stefan Posch werden dem Team weiterhelfen", meint Matthäus.
Die anderen drei Teams des Vierkampfes sind Freiburg, Frankfurt und Hoffenheim, die Matthäus auch genau in dieser Reihenfolge ins Ziel laufen sieht. Während Freiburg "gut eingekauft" habe und die Dreifachbelastung "gut wegstecken" werde, sieht Matthäus bei Eintracht Frankfurt ein Qualitätsproblem: "Bei den ersten 13, 14 Spielern ist Frankfurt gut besetzt. Dahinter wird es schnell dünner." Auch die Umstellung auf Viererkette sieht der Experte problematisch.
Zwei Aufsteiger direkt wieder runter
Die zweite Tabellenhälfte wird vom FC Augsburg auf Platz zehn angeführt, dahinter beginnt laut Matthäus bereits der Abstiegskampf. "Kandidaten gibt es dafür reichlich", betonte der deutsche Rekordnationalspieler. "Vorweg möchte ich festhalten: Auch wenn ich letztlich Elversberg und Paderborn als Absteiger auf die Plätze 17 und 18 tippe, sehe ich für beide Klubs durchaus Chancen auf den Liga-Verbleib. Das wird aber nur mit viel Kampf und Leidenschaft funktionieren!"
"Elversberg musste viele seiner Aufstiegshelden abgeben, die Mannschaft hat jedoch eine Spiel-Idee und Charakter. Die Paderborner zeigten in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg, dass sie zumindest in zwei Spielen besser sein können als ein gestandener Bundesligist. Darum sollten die Liga-Konkurrenten gewarnt sein", unterstrich Matthäus. "Sowohl Elversberg als auch Paderborn haben das Zeug, das nächste Heidenheim zu werden. Der Klub von Trainer-Urgestein Frank Schmidt hielt sich immerhin drei Jahre im Oberhaus."
Neben den beiden krassen Underdogs sieht Matthäus noch den Hamburger SV, Köln, Gladbach, Bremen, Schalke und Union Berlin im Abstiegskampf. Den HSV und S04 tippt der Experte auf die Plätze elf und zwölf – vor allem, weil er die beiden Trainer Merlin Polzin und Miron Muslic lobt.
"Köln, Gladbach und Bremen werden sich am Ende ebenfalls retten", führte Matthäus aus. "Dass es nicht weiter in der Tabelle für die drei Klubs nach oben geht, dafür gibt es Gründe. Tim Kleindienst kann für Gladbach das Zünglein an der Tabellen-Waage sein. Der Stürmer hat nach seiner Verletzung gezeigt, dass er wieder da ist. Gladbach hat mit Rocco Reitz nicht nur einen seiner besten Spieler an Leipzig verloren, sondern auch den Kapitän. Köln ist dagegen gegenüber dem hartnäckigen Werben um Said El Mala bei seinem Leistungsträger hart geblieben. Bis zu der Absage an den BVB hatte ich den FC in meiner Tabelle noch tiefer gelistet. Und Werder Bremen hebt sich von seiner Spielerqualität nicht genügend ab, hat dafür zu wenig auf dem Transfermarkt gemacht. Dass die Bosse sich spontan noch um Niclas Füllkrug bemüht haben, zeigt, dass sie selbst auch Bedarf sehen."
Union Berlin landet somit auf dem Relegationsplatz, da Matthäus die Entwicklung an der Alten Försterei kritisch verfolgt: "Die Berliner haben den Schweizer Erfolgstrainer Mauro Lustrinelli im Sommer für Interimstrainerin Marie-Louise Eta geholt. Lustrinelli, der zuvor den FC Thun sensationell zum Schweizer Meistertitel geführt hatte, will den Spielstil der Eisernen an der Alten Försterei grundlegend reformieren und hin zu einem aktiveren, offensiveren Pressing-Fußball entwickeln. Allerdings: Die Schweizer Super League ist nicht so super wie die Bundesliga. Der Trainer-Schuss kann für Union nach hinten losgehen. Ich hatte schon am Beispiel Augsburg vor der DNA-Veränderung eines Klubs gewarnt."
Die Bundesliga-Tabelle 2026/27 laut Matthäus' Prognose:
Platz | Team |
|---|---|
1. | FC Bayern |
2. | Borussia Dortmund |
3. | VfB Stuttgart |
4. | RB Leipzig |
5. | Bayer Leverkusen |
6. | Mainz 05 |
7. | SC Freiburg |
8. | Eintracht Frankfurt |
9. | TSG Hoffenheim |
10. | FC Augsburg |
11. | Hamburger SV |
12. | FC Schalke |
13. | Borussia M'gladbach |
14. | 1. FC Köln |
15. | Werder Bremen |
16. | Union Berlin |
17. | SV Elversberg |
18. | SC Paderborn |
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