So denken die BVB-Bosse über die Meister-Ansage von Schlotterbeck

Nico Schlotterbeck möchte mit dem BVB Meister werden - und sagt das auch so deutlich. Die Reaktionen der Bosse dürften dem ambitionierten Abwehrspieler kaum gefallen.
Nico Schlotterbeck wiederholte seine Meister-Ambitionen
Nico Schlotterbeck wiederholte seine Meister-Ambitionen / Pau Barrena/GettyImages
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Nach dem 3:2-Heimsieg über den 1. FC Heidenheim am Sonntagnachmittag wiederholte Nico Schlotterbeck seine öffentlichen Meister-Ambitionen. "Man muss auch mal den Anspruch haben, als BVB den Fans zu sagen, wir wollen Meister werden!", forderte er eine weitaus offensivere und mutigere Herangehensweise.

Die Aussage an sich, insbesondere mit dem Hinweis, Borussia Dortmund als Klub müsse den Anspruch auf ein solches Denken haben, scheint innerhalb des Vereins für gemischte Reaktionen zu sorgen.

Kehl und Kovac treten auf die Meister-Bremse - Fokus liegt "im Rückspiegel"

Der Bild zufolge habe Schlotterbeck damit durchaus für interne Irritationen gesorgt. Angesichts der schon unmittelbar nach dem Spiel erstaunlich deutlichen Reaktion seitens Sebastian Kehl verwundert das nicht. "Ich tue mich ein bisschen schwer, nach diesem Spiel und nach dieser Leistung darauf einzugehen. Ich glaube, es macht jetzt auch keinen Sinn. Wir müssen besser Fußball spielen!", hatte der Sportdirektor betont.

Niko Kovac erklärte sogar, sein Fokus liege viel eher "im Rückspiegel" und damit auf den BVB-Verfolgern. "Ich möchte erst mal die hinter uns verkleinert sehen. Wir müssen punkten, um die Teams hinter uns hinten zu halten", war der Coach auf die Absicherung der direkten Qualifikation für die Champions League fokussiert. Eine Chance auf ein verspätetes Meisterschafts-Rennen? Für Kovac gar kein Thema.

Dass selbst die öffentlichen Reaktionen so deutlich ausgefallen sind und Schlotterbeck vom Sportdirektor und Cheftrainer derart deutlich ausgebremst wurde, dürfte zumindest nahe legen, dass die internen Reaktionen noch deutlicher waren. Immerhin hatten sich alle Dortmund-Verantwortliche bislang stets um öffentlich formulierte Meister-Ansprüche gedrückt. "Nach ganz oben muss man realistisch schauen, die Bayern machen es einfach gut. Normalerweise werden sie Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Champions-League-Sieger", hatte Lars Ricken gegenüber dem kicker dem FC Bayern in der Winterpause quasi schon diverse Titel zugesprochen.

Größere BVB-Ambitionen auch ein Thema für den neuen Vertrag

Schlotterbeck wird aus der Reaktion und potenziell noch internen Gesprächen zweifelsohne seine Schlüsse ziehen. Dem Vernehmen nach sind es vor allem die sportliche Perspektive und die (auch formulierten) Ambitionen ein für ihn sehr wichtiger Aspekt bei den aktuellen Gedankenspielen rund um eine mögliche Vertragsverlängerung.

Der Abwehrspieler macht deutlich: Er möchte Titel gewinnen - am liebsten mit dem BVB. Sträubt sich der Verein jedoch regelrecht dagegen, diese Ansprüche ebenfalls zu äußern, dürfte das eher für mehr Bedenken hinsichtlich weiterer Jahre bei Schwarz-Gelb sorgen.


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