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So bewertet Mourinho das Experiment mit Alexander-Arnold im Mittelfeld

Der englische Nationalspieler kam in der Champions League zu einem seltenen Einsatz in der Startelf von Real Madrid, allerdings im Mittelfeld.
VonJan Kupitz
Trent Alexander-Arnold spielte gegen Inter im Mittelfeld
Trent Alexander-Arnold spielte gegen Inter im Mittelfeld | Europa Press Sports/GettyImages

Trent Alexander-Arnold kam am Dienstag neben Federico Valverde auf der Doppelsechs von Real Madrid zum Einsatz und sprang aufgrund der Sperren von Arda Güler, Eduardo Camavinga und Bernardo Silva als Notlösung im Mittelfeld ein. Das Ziel war, dass der 27-Jährige sein Passspiel unter Beweis stellen und der Mannschaft etwas Kreativität verleihen sollte, doch das Spiel entwickelte sich für Real Madrid schnell zu einem Abwehrkampf, was Alexander-Arnolds Stärken nicht entgegenkam.

Der ehemalige Liverpooler wirkte ohne Ball verloren und schaute sich ständig um, als würde er darauf warten, dass ihm jemand zeigt, welchen Gegner er decken oder wo er sich in der eigenen Hälfte positionieren soll.

Alexander-Arnolds Schwächen zeigten sich besonders deutlich beim einzigen Tor von Inter: Der gelernte Rechtsverteidiger verlor Lautaro Martínez aus den Augen und lief dem Argentinier nur noch hinterher, als dieser in der 77. Minute das Tor von Carlos Augusto vorbereitete.

Mourinho nahm Alexander-Arnold zwei Minuten später umgehend vom Platz und ersetzte ihn durch den kürzlich genesenen Aurélien Tchouaméni. Es war größtenteils ein gescheitertes Experiment, das Real Madrid letztendlich jedoch nicht drei Punkte gekostet hat.

Mourinho bewertet Alexander-Arnolds Auftritt im Mittelfeld

Anders als bei seinem früheren Engagement im Bernabéu hat sich Mourinho in dieser Saison bisher davor gehütet, seine Spieler offen zu kritisieren. Diese Haltung behielt der portugiesische Trainer auch bei seiner Reaktion auf Alexander-Arnolds Leistung bei.

"Er hat sehr gut gespielt und aus taktischer Sicht richtig umgesetzt, was er zu tun hatte", sagte Mourinho in seiner Pressekonferenz nach dem Spiel. "Sowohl er als auch Valverde haben sehr gut gegen die Vorstöße von [Curtis] Jones und [Nicolò] Barella gearbeitet."

"Er hatte einige Ballverluste, denn es ist nicht dasselbe, mit dem gesamten Feld vor sich zu spielen, wie wenn ein Teil des Feldes vor und ein Teil hinter einem liegt. Er hat dort schon ein paar Mal mit Liverpool oder der Nationalmannschaft gespielt, aber er ist kein Spieler, der daran gewöhnt ist, vor allem wegen der Intensität und der Besonderheiten der körperlichen Arbeit. Das erfordert eine ganz andere Ausdauer als die seine, die eher für einen positionellen Außenverteidiger geeignet ist. Als er das Spielfeld verließ, hatte er nichts mehr zu geben."

Das war eine sehr nette Art, das auszudrücken, was alle Zuschauer des Spiels am Dienstag mitgenommen haben: Alexander-Arnold ist einfach nicht dafür gebaut, auf der Doppelsechs zu spielen. Der 27-Jährige ist auf der rechten Flanke besser aufgehoben, wo er gelegentlich ins Mittelfeld vorstoßen kann, um den Spielaufbau im Angriff zu unterstützen, ohne den Druck, das Spiel defensiv lesen zu müssen.

Wie es für Alexander-Arnold weitergeht

Hätte er im Mittelfeld eine beeindruckende Leistung gezeigt, hätte das Alexander-Arnolds Ansehen bei Mourinho und vielleicht sogar sein eigenes Selbstvertrauen erheblich gestärkt. Fairerweise muss man sagen, dass der englische Nationalspieler zumindest eine Vorlage hätte verbuchen sollen, doch Kylian Mbappé konnte einen brillanten Konter nicht verwerten.

Dennoch hätte selbst eine Torbeteiligung die defensiven Schwächen von Alexander-Arnolds Auftritt am Dienstagabend nicht überdecken können. Es ist nicht gerade ein schmeichelhaftes Lob, dass Vinícius Júnior dreimal so viele defensive Beiträge leistete wie er.

Die gute Nachricht für Alexander-Arnold ist, dass er sich durch seinen Einsatz den Respekt von Mourinho verdient hat, was viel dazu beitragen könnte, den stets polarisierenden Trainer auf seiner Seite zu halten. Der nächste Schritt ist jedoch, sich einen Platz in der Startelf zu sichern.

Bislang hat Denzel Dumfries den Kampf um den Stammplatz hinten rechts zu gewonnen, doch der Niederländer war auf der rechten Seite kaum unfehlbar. Tatsächlich war er am Wochenende der erste Spieler, der ausgewechselt wurde, als Real Madrid gegen Real Betis zu kämpfen hatte.

Der Schlüssel für Alexander-Arnold liegt darin, seine Chancen zu nutzen und sich mit Torbeteiligungen von Dumfries abzuheben, der im Vergleich zum Engländer etwas defensiver agiert. Er braucht eine überzeugende Leistung gegen einen starken Gegner, sonst scheint es, als sei er dazu verdammt, hinter dem Neuzugang nur die zweite Geige zu spielen.


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