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Sieht so ein Triple-Kader aus? Die mögliche B-Elf des FC Bayern

Die Kader-Breite war in München im vergangenen Sommer großes Thema. Ist das Aufgebot 26/27 qualitativ gut genug für einen erneuten Triple-Angriff?
Max Eberl (l.) hat Vincent Kompany einen starken Kader zusammengestellt
Max Eberl (l.) hat Vincent Kompany einen starken Kader zusammengestellt | IMAGO/Matthias Koch

Klasse statt Masse. Der FC Bayern geht auch in diesem Sommer in Sachen Neuzugänge behutsam vor. Sportvorstand Max Eberl hatte vor der Asientour bereits erklärt, dass keine weitere Verpflichtungen geplant seien.

Damit dürfte es bei den beiden Top-Transfers Ismael Saibari und Nathaniel Brown bleiben, die zusammen rund 100 Millionen Euro gekosten haben sollen. Mit Bara Sapoko Ndiaye wird es ziemlich sicher auch noch einen dritten "Neuzugang" geben. Der Youngster war Anfang des Jahres von Partnerklub Gambinos Stars ausgeliehen worden und überzeugte. Eine feste Verpflichtung soll die Bayern lediglich drei bis vier Millionen Euro kosten.

Fokus auf Verkäufen

Eberl und Sportdirektor Christoph Freund ernteten vergangenen Sommer zwar zunächst viel Kritik für ihre Kaderplanung. Der Erfolg gab dem Duo aber recht. Mit dem ziemlich schmal besetzten Aufgebot kamen die Bayern gut durch die Saison. Der schöne Nebeneffekt: Immer wieder bekamen auch die Youngster aus dem eigenen Nachwuchs Einsatzzeiten.

An diesem Modell will der FCB offensichtlich festhalten, auch wenn es am Saisonende auf der Triple-Jagd vielleicht noch die ein oder andere hochkarätige Alternative mehr gebraucht hätte. Im Champions-League-Halbfinale gegen PSG wurde das Duell im Rückspiel zumindest auch dadurch mitentschieden, dass der spätere Titelgewinner mehr Power von der Bank nachlegen konnte.

Dennoch liegt Eberls Fokus im weiteren Transfersommer auf den Verkäufen. Acht Spieler haben die Münchner fest verlassen – darunter mit Maurice Krattenmacher, Noel Aseko, Lovro Zvonarek, Jonah Kusi-Asare, Alexander Nübel und Daniel Peretz sechs zuletzt schon verliehene Profis. Angreifer Armindo Sieb soll ebenfalls noch in diese Kategorie fallen. Genau wie die größeren Namen bei den Verkaufskandidaten: Joao Palhinha, Bryan Zaragoza und Sacha Boey. Das Trio hat keine Zukunft mehr in München, wie Eberl öffentlich betonte. Auf der Homepage sind sie, genau wie Sieb, auch schon nicht mehr im offiziellen Kader aufgeführt.

Echte Verluste sind diesen Sommer demnach nur Leon Goretzka und Raphael Guerreiro, die 25/26 noch wichtige Rollenspieler waren. Von der Anzahl der wichtigen Profispieler im Kader bleibt es kommende Saison also gleich. Sind die Bayern in der Breite trotzdem besser geworden?

Bayern-Topelf 26/27 bleibt fast gleich

Dazu blicken wir zunächst auf die vermeintliche A-Elf für die kommende Saison:

Neuer - Laimer, Upamecano, Tah, Brown - Pavlovic, Kimmich - Olise, Musiala, Diaz - Kane

System und Personal bleiben fast identisch. Einzig Neuzugang Nene Brown hat sehr gute Karten, auf Anhieb Kompanys Wunschlösung hinten links zu sein. Der 23-Jährige soll aber auch eine Option auf der rechten Seite und im zentralen Mittelfeld sein.

Dank Browns Verpflichtung und dem Comeback von Alphonso Davies dürfte Konrad Laimer wieder fest auf der rechten Seite eingeplant werden. Auch der Österreicher könnte aber gelegentlich im Mittelfeldzentrum aufgeboten werden. Auf der Zehn muss sich dagegen Jamal Musiala beweisen und zeigen, dass er wieder in Topform abliefern kann.

Bessere Bank-Alternativen 26/27?

Spannend wird die Frage nach den jeweiligen Backups, die hier und da ebenfalls gute Karten auf regelmäßige Startelf-Einsätze haben.

Die vermeintliche B-Elf für die kommende Saison:

Urbig - Stanisic, Kim, Ito, Davies - Bischof, Bara Sapoko Ndiaye - Karl, Gnabry, Ibrahimovic - Saibari

In der Defensive sind die Bayern dank des Brown-Transfers leicht besser aufgestellt. Bei Ito ist ein Verbleib zwar noch nicht zu 100 Prozent garantiert, derzeit kann Kompany aber mit dem Japaner und Min-jae Kim als Alternativen im Abwehrzentrum planen. Auch Josip Stanisic ist hierfür ein Kandidat. Der Kroate hat aber die besten Startelf-Chancen hinten rechts, wo er Laimer herausfordert.

Mit Brown, Laimer, Stanisic und Ito haben die Bayern vier Verteidiger, die mehrere Positionen in der Abwehr bekleiden können. Damit ist man sowohl in der Spitze als auch Breite gut aufgestellt.

Drei Top-Joker für die Offensive

Ähnliches gilt auch für die Offensive. Hier gibt Saibari noch mehr Möglichkeiten. Der Marokkaner ist am besten auf der Zehn und könnte hier auch Musiala herausfordern. Dazu ist er ein guter Kane-Backup auf der Neun und könnte sogar auf die Flügel ausweichen. Serge Gnabry hat zudem letzte Saison gezeigt, wenn fit, wie wertvoll er noch sein kann. Auch der Routinier könnte auf der Zehn ein Stammplatz-Kandidat sein, wenn er an diese Leistungen anknüpfen kann.

Und dann wären da noch die Eigengewächse. Vor allem auf Lennart Karl ruhen erneut große Hoffnungen. Der Linksfuß kann auf Rechtsaußen Michael Olise entlasten und auch auf die Zehn rutschen. Leih-Rückkehrer Arijon Ibrahimovic ist eine gute Kader-Ergänzung, die vor allem in der Bundesliga den etablierten Stars Verschnaufpausen geben könnte.

So oder so: In Saibari, Karl und Gnabry haben die Bayern nun auf dem Papier drei starke und etablierte Offensiv-Alternativen für vier Positionen. Damit ist man auch hier in der Breite besser aufgestellt als vergangene Saison.

Zu dünn besetzt im Zentrum?

Eine mögliche Münchner Achillesferse könnte sich demnach lediglich auf der Doppelsechs im zentralen Mittelfeld ergeben. Zumindest auf den ersten Blick hat man den Goretzka-Abschied nicht ersetzt, da Noel Aseko an Eintracht Frankfurt weiterverkauft wurde.

Auf den zweiten Blick sind die Bayern hier aber ausreichend besetzt. Hinter dem erprobten Duo Pavlovic/Kimmich soll Tom Bischof auf seiner Paradeposition mehr Spielzeit erhalten. Starke Ansätze hatte dieser schon im FCB-Debütjahr gezeigt. Bischof könnte früher oder später auch stark genug sein, um Pavlovic seinen Stammplatz wegzuschnappen.

Mit dem 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye haben die Bayern (voraussichtlich) zudem einen vielversprechenden Youngster im Kader. Weitere Nachwuchskräfte vom Campus gibt es für diese Position auch. Und dann kommt die Polyvalenz einiger FCB-Stars zum Tragen: Laimer und Brown sind ebenso gute Mittelfeld-Alternativen. Selbst Jamal Musiala hatte die Achter-Position unter Julian Nagelsmann schon häufiger bekleidet.

Fazit

Der Bayern-Kader ist gerüstet für einen nächsten Triple-Anlauf! Mit Guerreiro und Goretzka gab es nur zwei nennenswerte Abschiede, für die Brown und Saibari ein deutliches Upgrade sind. Der Kader ist zwar erneut nicht üppig, dafür aber ausgeglichen stark mit guten Alternativen auf allen Positionen. Eberl und Co. haben klug geplant und viele Stars in den Reihen, die diverse Rollen gut ausfüllen können. Brown und Saibari passen perfekt dazu.

Ob es am Ende für den großen Coup reicht, hängt in der Champions League an einigen nicht planbaren Faktoren. Die Voraussetzungen für den Henkelpott sind aber durchaus gegeben. Die größte Schwäche 25/26 – offensiv nicht gut genug nachlegen zu können – scheint ausgemerzt.


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