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Seoane, Polanski und der 3. Spieltag: Gladbach-Bosse stehen in der Verantwortung

In einem Verein, der seine Cheftrainer zweimal hintereinander am 3. Spieltag entlassen muss, gehören nicht nur die Trainer und Manager kritisiert. Dann steht auch die Vereinsführung in der Verantwortung.
VonYannik Möller
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach | picture alliance/GettyImages

Eigentlich sollte das Auswärtsspiel beim SC Freiburg für Eugen Polanski gar kein Endspiel darstellen. Mit dieser Einstellung war Borussia Mönchengladbach zumindest in die vergangene Woche gestartet, die das Duell mit einem absoluten Angstgegner der Fohlenelf als abschließendes Highlight vorzuweisen hatte.

Ungeachtet der zwei bitteren Niederlagen zuvor wollte die Borussia die Ruhe bewahren, auf eine Trendumkehr hoffen und bestenfalls die dreiwöchige Länderspielpause nutzen, um mit Polanski zusammen noch wichtige Weichenstellungen vorzunehmen. Schlussendlich war die 0:5-Pleite beim Sport-Club aber so dramatisch in Ergebnis und Ablauf, dass alles andere als das Aus von Polanski nicht mehr zu erklären gewesen wäre.

Seoane und Polanski mussten beide nach dem 3. Spieltag gehen

Für den Klub vom Niederrhein ist es jedenfalls ein Armutszeugnis: Erneut, sogar zum zweiten Mal direkt hintereinander, gibt es bereits nach dem 3. Spieltag einen Trainerwechsel. Letztes Jahr musste Geardo Seoane so frühzeitig gehen. Mit nur einem Punkt aus den drei Partien wurde er freigestellt und von Polanski beerbt.

Die Parallelen dabei sind ebenso offensichtlich wie in ihrer Konsequenz unprofessionell: Sowohl bei Seoane, wie auch bei Polanski, gab es zum Ende der jeweils vorigen Saison große Zweifel ob der Zukunftsfähigkeit. Roland Virkus hielt weiter an Seoane fest und musste dann früh in der nächsten Saison die Reißleine ziehen. Nun wiederholte sich das gleiche Szenario, man muss die Namen nur durch Schröder und Polanski ersetzen – wenngleich Letzterer der Rheinischen Post zufolge eher zurückgetreten ist, als dass er entlassen wurde. Auch wenn es in der offiziellen Pressemitteilung anders formuliert ist.

Die Chef-Etage der Borussia hat diese Entwicklungen schlussendlich zu verantworten

Damit stehen aber nicht nur Seoane und Polanski beziehungsweise Virkus und Schröder im Fokus. Auch die Vereinsführung, die immerhin diese beiden Abläufe auch zu verantworten hat, sollte dabei nicht vergessen werden. Schlussendlich steht es in ihrer Verantwortung, dass zwei ganze Sommervorbereitungen null und nichtig gewesen sind, weil nach einem Zehntel der Spielzeit ein kompletter Bruch erfolgen muss, in der Hoffnung, das Albtraum-Szenario eines anhaltendes Abstiegskampfes umzukehren. Eine Grundlage, die für eine Mannschaft und auch für den neuen Trainer von großem Nachteil ist.

Nun hat die Borussia sogar noch etwas Glück im Unglück: Nach dem Heimspiel gegen Mainz 05 am nächsten Wochenende, das aller Voraussicht nach mit Jan-Moritz Lichte der vorige Assistent als Interimstrainer begleiten wird, steht die längere Länderspielpause an. Diese Zeit bietet für den Polanski-Nachfolger immerhin ein bisschen mehr Zeit als gewöhnlich, um sich gegenüber der Mannschaft einzubringen und für wichtige Veränderungen zu sorgen. Das macht die grundsätzliche Ausgangslage aber keineswegs annehmbarer.


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