Schwinden die WM-Chancen? Karl und El Mala müssen liefern
Von Leonard Schmidt

Es sind die zwei Vorzeige-Gesichter der Bundesliga: Lennart Karl und Said El Mala. Beide haben es nicht nur geschafft, sich in ihren Vereinen zu soliden Optionen zu spielen, sondern tauchten dadurch auch in der Diskussion um die WM auf.
Ausschlaggebend waren starke Zahlen, vor allem zum Ende des letzten Jahres. Mit besonderen Aktionen und bemerkenswerter Konstanz erhöhten beide den Druck auf Nationaltrainer Julian Nagelsmann. Zuletzt scheint jedoch bei beiden, gemeinsam mit ihren Teams, etwas der Schwung verloren gegangen zu sein.
"Die zwei mit Wirtz und vielleicht Woltemade davor - das kann viel Spaß bei der WM machen!"
- Sami Khedira über Karl & El Mala (DAZN)
Ist die WM in Gefahr?
Noch zuletzt machte Lothar Matthäus im Bild Podcast 'Bayern Insider' deutlich, wie man in dieser Phase mit beiden umgehen sollte: "Ich würde jetzt einfach mal sagen, lasst sie einfach bis nächstes Jahr im März, wo dann die ersten Länderspiele 2026 stattfinden, sich voll auf den Verein fokussieren. Sie müssen sich anbieten, im Training mitarbeiten und sich verbessern."
Said El Mala
Für das Kölner Talent waren die Anforderungen klar formuliert: "Der Kölner Kader ist gut. Trotzdem muss er auf Sicht den Anspruch haben, die Baustellen, die ihm Lukas Kwasniok mitgegeben hat und die ich ihm auch nochmal gesagt habe, zu beseitigen. Er muss in Köln unangefochtener Stammspieler werden."
Genau das ist der 19 Jährige bislang nicht. In 20 Bundesliga Spielen kam er auf acht Startelfeinsätze und 929 Spielminuten, damit ist er weiterhin kein Stammspieler. Für ihn sprechen allerdings die Leistungen, die er bereits mehrfach gezeigt hat. Wenn er reinkommt, kann er mit wenigen Aktionen sofort neue Impulse setzen, Eigenschaften, die bei einer WM über Titel oder Ausscheiden entscheiden können.
Wichtig ist für ihn nun, bis März wieder in den Rhythmus zu finden. Nur mit genügend Scorern und weiteren Startelfeinsätzen könnte er sich als mögliches Experiment für die Testspiele gegen die Schweiz oder Ghana im März empfehlen.
Lennart Karl
Bei Lennart Karl liegt das Thema nicht bei den Startelfeinsätzen. Der 17 Jährige kommt in der Liga bereits auf zehn, auch in der Champions League erhielt er unter anderem gegen Arsenal und Sportingeeeeeeeeeeee das Vertrauen für einen Startplatz.
Kritischer ist aktuell eher sein kleines Formtief. Seit dem Jahreswechsel hatte der Youngster immer wieder Probleme, wirklich ins Bayern Spiel zu kommen. Bei den Schützenfesten gegen Wolfsburg und Leipzig sowie beim Champions League Abend gegen Union St. Gilloise oder den beiden Dämpfern gegen Augsburg und den HSV blieb er über weite Strecken ohne nennenswerten Einfluss.
Dennoch ist das bislang kein klares Gegenargument. Karl genießt weiterhin das Vertrauen von Vincent Kompany und konnte zuletzt zeigen, dass das Zusammenspiel mit Jamal Musiala funktioniert. Mit Blick auf die WM und die Vielzahl an Bayern-Spielern im Fokus ist das für ihn ein klarer Pluspunkt. Auch TV-Experte Sami Khedira unterstrich zuletzt bei DAZN: "Die zwei mit Wirtz und vielleicht Woltemade davor - das kann viel Spaß bei der Weltmeisterschaft machen!"
Schaffen es beide in den Kader?
Am Ende muss Julian Nagelsmann Spieler nominieren, die verlässlich liefern. Ein Experiment mit einem jungen Spieler, der nur phasenweise auffällt, kann er im WM-Kader nicht häufig machen. Offen, ob beide zusammen überhaupt eine Option wären, schließlich würden sie bei einer Nominierung wohl eher als Joker eingeplant werden und zwei sehr junge Joker könnten für Nagelsmann bereits zu viel sein.
Genau hier liegt die Aufgabe für beide. Neben dem Potenzial müssen Karl und El Mala vor allem klare, konstante Leistungen nachweisen. Nur so können sie sich einen Platz für die Testspiele erarbeiten und dort die nächsten Pluspunkte sammeln.
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