Schlammschlacht perfekt: Streit um Gladbacher Top-Talent eskaliert
Von Fabian Küpper

Eigentlich schien alles normal: Ein Talent, das gerne mehr Minuten im Profikader hätte, wechselt zu einem Verein, der ihm genau das verspricht – und dazu noch mit Champions-League-Fußball lockt. Genau diesen Weg wollte auch Gladbachs Can Armando Güner gehen.
Galatasaray Istanbul wollte den vielseitig einsetzbaren Offensivspieler verpflichten. Es schien auch schon so, als wäre der Wechsel perfekt – bis die Nachricht kam: Gladbach war über die Verhandlungen gar nicht informiert. Güners Berater widerspricht dieser Darstellung allerdings.
Berater greift Gladbach an
"Ich bin nicht glücklich darüber, wie der Verein mit einem so jungen Menschen umgegangen ist."
- Mehmet Eser (Sky)
Vielmehr holt Mehmet Eser zu einem verbalen Rundumschlag gegen die Borussia aus. Bei Sky sagte der Berater: "Armando wurde bereits am Montag von einem Arzt von Borussia Mönchengladbach bis zum betreffenden Freitag aufgrund einer Erkältung krankgeschrieben. Zum Zeitpunkt der Reise war er wieder komplett gesund, ansonsten wären wir nicht dorthin." Zudem behauptete Eser, dass er mehrfach versucht habe, die Gladbacher Verantwortlichen über die Reise zu informieren – diese aber nicht zurückgerufen hätten.
Des Weiteren ließ er kein gutes Haar an der Vorgehensweise der Fohlen: "Ich bin nicht glücklich darüber, wie der Verein mit einem so jungen Menschen umgegangen ist. Ich kann nicht dabei zusehen, wie falsche Behauptungen über einen jungen Spieler in die Welt gesetzt werden."
Spätestens nach diesen deutlichen Worten ist klar, dass Güner in Gladbach keine Zukunft mehr hat – und das, obwohl er eigentlich in das Training der U19 integriert werden soll. Ein Januar-Transfer ist demnach die wahrscheinlichste Option, allerdings sind Gala und Gladbach bei der Ablöse noch nicht auf einen Nenner gekommen.
Eine deutliche Forderung
Laut Sky bot der türkische Meister zuletzt wohl 200.000 Euro inklusive 50.000 Euro Bonuszahlungen sowie eine Weiterverkaufsgebühr von zehn Prozent. Für Gladbach deutlich zu wenig, da die Türken bei einem Wechsel im Sommer ohnehin 150.000 Euro Ausbildungsentschädigung zahlen müssten.
Vielmehr stellen sich die Fohlen eine Ablöse von 500.000 Euro sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung von 25 Prozent vor. Eine deutliche Diskrepanz also. Galatasaray muss also nachbessern, wenn sie Güner wirklich schon in diesem Winter holen wollen – ansonsten könnten dem 18-Jährigen unangenehme Monate in Gladbach bevorstehen.
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