Schiri-Wut: Flick sauer nach Barça-Fiasko
Von Franz Krafczyk

Der Pokal-Kracher am Donnerstagabend bei Atlético Madrid wurde für den FC Barcelona schnell zum absoluten Fiasko. Die Katalanen verloren das Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey überraschend deutlich mit 0:4, wobei alle Treffer schon in der ersten Halbzeit fielen. Neben der desolaten Leistung der Gäste wurde nach Abpfiff aber wie so häufig auch der Auftritt des Schiedsrichters thematisiert.
"Was soll ich sagen? Wir fangen mit Gelben Karten an. Die erste Aktion beim Foul gegen Balde ist es eine Gelbe Karte, ganz sicher. Dann läuft alles vielleicht anders. Aber der Schiedsrichter hat sie eingeladen, so zu spielen", kritisierte Barça-Trainer Hansi Flick den Unparteiischen Juan Martinez Munuera nach Abpfiff scharf.
Das vermeintliche Anschlusstor durch Pau Cubarsi, das aufgrund von Abseits zurückgenommen wurde, war jedoch der größte Auslöser für den Ärger des deutschen Trainers. "Ach, komm’ … Für mich ist es ein Chaos. Waren es sieben Minuten, die sie warten mussten (bei der Überprüfung des Abseits; Anm. d. Red.)? Komm’ schon … Wenn sie da etwas in den sieben Minuten finden – okay. Für mich, wenn ich die Situation sehe, war es klar kein Abseits. Aber am Ende konnten sie vielleicht etwas anders sehen. Das sollen sie uns aber sagen. Es gibt keine Kommunikation und das ist hier so schlecht."
Weil beide Teams Anfang März noch ein Rückspiel im Camp Nou erwartet, wäre der Anschlusstreffer des Innenverteidigers mehr als nur Ergebniskosmetik gewesen. Er hätte die Hoffnungen der Blaugrana zumindest wieder ein wenig aufleben lassen. So blieb es jedoch beim 0:4, das für die Flick-Elf fast schon aussichtlos scheint.
Flick kritisiert eigenes Team - und bläst zum Angriff
Bei einer so deutlichen Niederlage wäre es jedoch vermessen, den Schiedsrichter als alleinigen Verantwortlichen für den misslungenen Abend darzustellen. Daher kam Flick auch auf die Leistung seiner Mannschaft zu sprechen.
"Wir haben als Team in der ersten Halbzeit nicht so gut gespielt. Die Abstände waren zu groß. Wir haben nicht so gepresst, wie wir es wollten", bemängelte Flick, versuchte jedoch schnell, das Positive aus dem Spiel zu ziehen: "Die ersten 45 Minuten waren eine große Lektion für uns. Manchmal ist es gut, sie im richtigen Moment erteilt zu bekommen, vielleicht ist es heute der richtige Moment. Die zweite Halbzeit war viel besser und wir haben noch ein Spiel."
Genau auf diesem Spiel liegen nun die Hoffnungen: "Wir werden kämpfen, haben zwei Halbzeiten. Wenn wir in der Lage sind, beide Halbzeiten 2:0 zu gewinnen – das ist unser Ziel", verspricht Flick vor dem Wiedersehen mit Atlético. "Wir werden darum kämpfen, brauchen unsere Fans und werden dann sehen, was passiert."
Der frühere Bundestrainer wird hoffen, dass der spanische Verband dieses Mal einen anderen Schiedsrichter für diese Partie ansetzt – und dass seine Mannschaft die ersten 45 Minuten nicht erneut verschläft.
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