Lukas Kwasniok kämpft beim 1. FC Köln um seinen Trainerjob. Der 44-Jährige war nach dem Aufstieg vom SC Paderborn ans Geißbockheim gekommen. Die klare Mission nach der Rückkehr ins Oberhaus: der Klassenerhalt.
Bislang hielt sich der Effzeh zwar konstant über dem Strich, der Trend spricht aber gegen Kwasniok und seine Mannschaft. Nur zwei Siege holten die Kölner aus den letzten 16 Bundesliga-Spielen, zuletzt gab es nur einen Punkt aus fünf Partien. In der Tabelle stehen die Geißböcke nur noch wegen des besseren Torverhältnisses über dem Strich.
"Ich habe das Gefühl, die Mannschaft ist unverwüstlich."Lukas Kwasniok (Bild)
Zwei Endspiele für Kwasniok? Effzeh-Coach kämpft um "dritten Satz"
Längst wird über ein mögliches Ultimatum für den Trainer spekuliert. Die Bild betonte vor der unglücklichen 1:2-Heimpleite gegen den BVB, dass Kwasniok bis zur Länderspielpause Ende März noch vier Zähler für einen sicheren Job brauche. Für die Kölner geht es nun zunächst zu Mit-Aufsteiger HSV, ehe das Rheinderby gegen Gladbach anseht.
Kwasniok gibt sich vor seinen mutmaßlichen Schicksalsspielen kämpferisch: "Im Leben geht es darum, zu kämpfen. Um in bildlicher Sprache zu sprechen: Im Vergleich zum Tennis haben wir den ersten Satz 7:5 gewonnen. Den zweiten Satz haben wir 1:6 verloren. Gegen Dortmund haben wir das erste Spiel das dritten Satzes verloren. Es steht 0:1", rechnete er vor.
"Der Satz geht aber bis 6. Aktuell fühlt es sich bescheiden an, aber wir sind voll in der Verlosung. Der dritte Satz hat erst begonnen", so Kwasniok.
Rheinderby als Schicksalsspiel für beide Trainer?
Um in der Kwasniok-Metapher zu bleiben: Im Bestfall holt er nun ein Break in Hamburg. Ein Auswärtssieg gegen die Rothosen würde die Ausgangslage im Abstiegskampf deutlich vereinfachen. Und würde Kwasniok vorerst seinen Job retten.
Doch selbst bei einer knappen Niederlage an der Elbe könnte er die Chance gegen Erzrivale Gladbach noch bekommen. Lediglich eine klare Pleite in Hamburg würde wohl das schnelle Aus bedeuten.
Kurioserweise könnte das Rheinderby zum Schicksalsspiel für beide Trainer werden. Auch Eugen Polanski rückt in Gladbach immer mehr in die Kritik. Die Fohlen sind ebenso abstiegsgefährdet wie die Kölner. Polanski genießt zwar hohes Ansehen bei den Klub-Bossen und den Fans. Verlieren seine Fohlen gegen die direkte Konkurrenz aus St. Pauli und Köln dürfte eine Trennung in der Länderspielpause aber fast zwangsläufig näher rücken.
Köln hat einen Trainer-Plan-B – und der heißt nicht Funkel
Laut Bild soll es beim Effzeh derweil schon einen möglichen Trainer-Plan B geben. Sollte man sich von Kwasniok trennen, könnte mit René Wagner einer seiner Co-Trainer übernehmen. Der 37-Jährige kehrte zu dieser Saison überraschend von Union Berlin nach Köln zurück. Beim Effzeh war Wagner schon unter Steffen Baumgart Co-Trainer, dem er zunächst zum HSV und den Eisernen folgte.
Intern traue man Wagner auch die Rolle als Chefcoach zu. Vor allem Sportchef Thomas Kessler soll große Stücke auf ihn halten. Es wäre zwar ein "geräuschloser Übergang", aufgrund von Wagners fehlender Cheftrainer-Erfahrung, aber auch eine äußerst riskante.
Eine deutlich erfahrenere Option wäre Trainer-Ikone Friedhelm Funkel, unter dem die Kölner mit Siegen an den letzten beiden Zweitliga-Spieltagen den Aufstieg perfekt machten. Schon 2021 war der heute 72-Jährige als "Feuerwehrmann" gekommen und bewahrte den Effzeh über die Relegation vor dem Abstieg. Laut Bild sei eine erneute Funkel-Rückkehr aber nur eine "Not-Not-Lösung".
