Sportlich ist die Euphorie beim FC Schalke 04 nach dem 0:0 gegen den FC Bayern schnell zurückgekehrt. Abseits des Rasens gibt es unter den Anhängern allerdings nach dem ersten Heimspiel nach der Bundesliga-Rückkehr kritische Töne. Der Grund: Stadionbesuch und Fanartikel sind zuletzt an mehreren Stellen teurer geworden. Schalke-Fans müssen inzwischen tiefer in die Tasche greifen.
Das aktuelle Heimtrikot für Erwachsene kostet 99,95 Euro und damit zehn Euro mehr als noch in der Vorsaison. Für einen halben Liter Bier in der Veltins-Arena werden mittlerweile 5,50 statt 5,10 Euro fällig, diese Anpassung trat bereits im Januar in Kraft. Besonders deutlich fällt die Erhöhung beim Parken aus: Wer ab zwei Stunden vor Anpfiff auf den regulären Parkflächen B bis E anreist, zahlt nun zehn statt fünf Euro. Wer früher kommt, kann weiterhin kostenlos parken.

Im Interview mit der WAZ stellte sich nun der Schalker Vorstandsvorsitzende Matthias Tillmann der Kritik. Der Verein nehme diese demnach sehr ernst und schaue sich die einzelnen Punkte genau an. "Jede Preisanpassung wird intern diskutiert und muss gut begründet sein", betonte der S04-Boss. Gleichzeitig gebe es Grenzen, an denen der Verein nicht rütteln wolle. So solle ein Stehplatz dauerhaft weniger als 20 Euro kosten.
"Da werden wir nicht an der Schraube drehen, auch wenn die damit verbundenen Kosten gestiegen sind – für Personal, Energie und vieles Weitere", versprach Tillmann. Zudem seien die Mitgliedsbeiträge im Bundesliga-Vergleich weiterhin niedrig. "Die grundsätzliche Teilhabe am Verein muss so kostengünstig wie möglich sein", so Tillmann.
Die höheren Trikotpreise verteidigte der Vorstandschef mit dem Argument, Schalke habe seine Trikots drei Jahre lang unter der unverbindlichen Preisempfehlung verkauft. Aufgrund gestiegener Kosten sei dies nun nicht mehr möglich gewesen, da die Margen andernfalls zu gering ausgefallen wären.
Grundsätzlich führten Preiserhöhungen laut Tillmann in den meisten Fällen nicht zu höheren Margen, sondern dienten lediglich dazu, diese stabil zu halten. Komplett von der Hand weisen wollte er den Unmut der Anhänger allerdings nicht: "Dennoch kann ich das Gefühl, das mindestens ein Teil unserer Fans hat, verstehen."
Wie geht es mit dem Schalker Fanclub-Verband weiter?
Daneben äußerte sich Tillmann auch zur Zukunft des Schalker Fanclub-Verbands. Die zunächst für ein weiteres Jahr verlängerte Kooperation solle genutzt werden, um die Fanclub-Arbeit grundsätzlich zu überprüfen. Noch in diesem Monat will Schalke ein digitales Austauschformat starten und dabei direkt bei den Fanclubs abfragen, welche Themen ihnen besonders wichtig sind. Auch bei der Vergabe von Fanclub-Tickets und beim Datenaustausch wollen Verein und SFCV enger zusammenarbeiten.
Ob Schalke die Betreuung der Fanclubs langfristig wieder selbst übernehmen könnte, ließ Tillmann offen. Entscheidend sei, die Fanclubs und ihre Kultur zu stärken und ihnen das bestmögliche Angebot zu machen. In welcher Struktur das künftig geschehe, werde ergebnisoffen diskutiert.
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