Schalke-Profi im Fokus: Muslic mit ungewohnt deutlicher Spieler-Kritik

Miron Muslic äußerte nach dem 2:2-Remis gegen Kaiserslautern ungewohnt deutliche Kritik. Diese richtete sich gegen Finn Porath, wenngleich er ihn nicht namentlich erwähnte.
Finn Porath
Finn Porath / Jan Fromme - firo sportphoto/GettyImages
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Eigentlich sollte Finn Porath als klare Verstärkung herhalten und die Qualität der Mannschaft spürbar anheben. Stattdessen ist der 28-jährige Außenspieler beim FC Schalke bislang nicht wirklich angekommen.

Auch beim späten 2:2-Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag wusste Porath nicht zu überzeugen. Die Gäste konnten einige Angriffe über die linke Abwehrseite der Knappen fahren, wo der Sommer-Neuzugang von Holstein Kiel den Schienenspieler gab. Nach dem Spiel gab es sogar ungewohnt deutliche Kritik seitens Miron Muslic.

Miron Muslic
Miron Muslic / picture alliance/GettyImages

"Wir müssen die Diagonalbälle besser auf der linken Seite verteidigen", so der Schalke-Coach auf die Porath-Seite angesprochen (via WAZ). Namentlich nannte er Porath zwar nicht, doch war offensichtlich, wer gemeint war: "Es kommt ein 60-Meter-Diagonalball und ich schaffe es mit meiner Grundposition nicht, dass ich so stehe, dass ich die innere Linie zum Tor zumache. Das ist schlecht verteidigt."

Für Muslic ist das eine Kritik, die in gleich zweierlei Hinsicht ungewohnt ist. Zum einen ist die Kritik an sich sehr deutlich, zum anderen richtet sie sich in diesem Fall gegen einen einzelnen Spieler. Bislang hatte Muslic sich öffentlich stets vor seine Spieler gestellt, ihnen selbst nach schlechten Spielen noch Mut zugeredet und das Vertrauen ausgesprochen. Ein gutes Beispiel dafür ist Moussa Sylla, den Muslic immer wieder schützte. Porath musste nun diese Watschn einstecken.

Wenige Optionen für die Schiene - verstärkt sich S04 nochmal?

Ein bisschen relativierte Muslic aber selbst. "Das passiert, wenn du Woche für Woche kompensieren und umstellen musst", bezog er sich auf den Ausfall von Vitalie Becker. Es war auch nicht das erste Mal, dass Porath auf der linken Seite aushelfen musste - als Rechtsfuß eine recht undankbare Aufgabe. Doch für das vom Cheftrainer angesprochene Abwehrverhalten ist das natürlich kein allzu großer Faktor - sondern eher für alle Aktionen mit dem Ball am Fuß.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Schalke womöglich noch auf den Außenbahnen verstärken wird. Adrian Gantenbein wird noch länger fehlen, Anton Donkor spielt unter Muslic keine Rolle mehr. Dementsprechend bleiben fast nur Becker und Porath als Optionen, mit Timo Becker (eher Innenverteidiger) und Mika Wallentowitz (eher Offensivspieler) als Alternative. Es würde zumindest nicht überraschen, sollte Muslic diesen Wunsch bei Frank Baumann anbringen.


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