Beim 1:0-Heimsieg über den Karlsruher SC stand natürlich Kenan Karaman als Torschütze im Fokus. Der Kapitän, der eine insbesondere in der ersten Halbzeit sogar eher unglückliche Leistung mit einigen Ballverlusten und Ungenauigkeiten ablieferte, konnte eine kurze Flanke von Moussa Ndiaye sehr gekonnt am langen Pfosten ins gegnerische Tor bugsieren. Anschließend musste auch er verletzungsbedingt ausgewechselt werden.
Ein Sonderlob von Youri Mulder hatte sich aber ein S04-Akteur verdient, der weder eine Vorlage noch einen Treffer auf sich vereinen konnte: Soufiane El-Faouzi. Das Heimspiel gegen den KSC erinnerte wieder vermehrt an seine Spiele in der Hinrunde, in denen er als Aktivposten gefühlt überall zu sehen und dabei in Zweikämpfe sowie Balleroberungen verwickelt war.

"Es war eine kollektive Hochleistung der ganzen Mannschaft. Aber, wenn ich einen Spieler herausheben müsste, dann Sofi. Für mich hat er ein Wahnsinns-Spiel gemacht", betonte Mulder nach dem Abpfiff (via WAZ). Der 23-jährige Mittelfeldspieler stellte mit satten 14 Kilometern an Laufdistanz sogar eine neue Bestmarke für sich auf.
Auch Miron Muslic hatte lobende Worte für El-Faouzi übrig. "Er war sehr stark offensiv und hat einen großen Schritt nach vorn gemacht", merkte der Coach etwa die in diesem Spiel mehreren Offensivaktionen des Zentrumsspielers an.
Die Erklärung dafür: "Die Position, die er jetzt hat, zusammen mit Adil als Achter, dazu Ron, der sie perfekt taktisch absichert. Das gibt ihm die Freiheit, die er zweifelsohne gegen den Ball hat, auch in Ballbesitz zu zeigen." Insgesamt habe er es gegen Karlsruhe "sehr, sehr gut gemacht".
El-Faouzi hatte einfach "Lust auf Fußballspielen" – Abschlüsse noch als Schwachstelle
El-Faouzi wollte sich selbst allerdings gar nicht so sehr in den Fokus hieven. "Ich wollte den Ball nach vorne treiben, hatte wie immer Lust auf Fußballspielen", erklärte er ganz nüchtern. Das sei ihm auch "gut gelungen", schätzte er seine eigene Leistung ein. Viel eher hob er den Plan von Muslic und die passende Umsetzung seitens der Mannschaft hervor: "Wir haben genau das gemacht, was der Trainer wollte. Durch die Tiefe hatten wir viel Platz, viele Räume."
Es gibt durch seine vermehrten Offensivaktionen aber auch noch einen deutlichen Verbesserungsbedarf: die Torabschlüsse. Als eiskalter Abschlussspieler ist El-Faouzi sicherlich noch nicht bekannt, wie er auch selbst eingestehen musste: "Es ist gut zu sehen, woran man noch arbeiten kann. Ich arbeite daran, dass es in den nächsten Wochen besser wird. Ich komme in die Positionen, schaffe es dann aber nicht immer, den Ball richtig zu treffen und ihn zu platzieren."
Allerdings ist es bei einem solchen Laufpensum wohl auch nachvollziehbar, wenn im letzten Moment vielleicht das letzte Bisschen an Kraft oder Genauigkeit fehlt.
