Atubolu wollte im Sommer eigentlich den nächsten großen Schritt gehen. Sein Plan sah vor, vom SC Freiburg zu einem internationalen Top-Klub, im Optimalfall mit Champions-League-Fußball, zu wechseln. Doch nun ist der deutsche Torwart bei der SGE gelandet und durfte zum Saisonauftakt bei Union Berlin (3:3) direkt zwischen den Pfosten stehen.
"Es war brutal schnell, wie alles verlaufen ist", erklärte Atubolu bei seiner Vorstellung. "Ich bin am Donnerstag hierhergefahren, dann waren am selben Tag die medizinischen Tests, die Unterschrift und zack hieß es: Ich stehe am Samstag in der Startelf. Ich hatte dabei erst am Freitag das erste richtige Training mit der Mannschaft, habe die Jungs kennengelernt und dann sind wir direkt nach Berlin geflogen."
Atubolu hat sich verpokert
Atubolu hat sich im Sommer verpokert: Der 24-Jährige lehnte eine Vertragsverlängerung in Freiburg ab, weil er mit einem Wechsel nach England liebäugelte, Danach hat man sich in Freiburg mit Mio Backhaus schon eine neue Nummer eins aus Bremen geholt und Atubolu stand ohne Deal mit einem anderen Klub auf der Abschussliste der Breisgauer.
"Es ist viel passiert nach dem Europa-League-Finale, das ja mein letztes Spiel war", blickte Atubolu zurück und führte aus: "Den Sommerurlaub konnte ich nicht gerade genießen. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen, aber es war keine einfache Zeit und es ist ja kein Geheimnis, das Sachen passiert sind, die nicht gehen."
Atubolu zieht Lehren aus Berater-Drama
Atubolus Berater haben ihm große Hoffnungen auf einen Transfer zu einem Top-Klub wie den AC Milan oder auf die Insel gemacht. Nach dem wochenlangen Transfer-Theater ohne Happy End zog der Keeper letztlich die Reißleine und trennte sich von seinen Beratern. "Ich habe gelernt, das Beratergeschäft ist das eine. Aber das andere sind Leute, die wirklich immer für einen da sind, Familie und Freunde. Das habe ich zu schätzen gelernt", versucht Atubolu seine Lehren zu ziehen.
Der 24-Jährige war letztlich der Nutznießer des Torwart-Chaos in Frankfurt. Eigentlich sollte Kaua Santos als Stammkraft in die neue Saison gehen, doch der Brasilianer hat beim Testspiel-Debakel gegen den FC Brentford (0:7) einen so rabenschwarzen Tag erwischt, dass Adi Hütter sein Vertrauen in den 23-Jährigen verlor und sich nach einer neuen Lösung umschaute. So kam es zum Last-Minute-Deal von Atubolu, der per Leihe mit Kaufpflicht (etwa 12 Millionen Euro) zur Eintracht wechselte.
Kommt es zum DFB-Debüt?
Als Stammkeeper in Frankfurt könnte Atubolu auch ein interessanter Kandidat für Bundestrainer Jürgen Klopp im DFB-Team sein. "Die Karten werden jetzt neu gemischt", sagte der 24-Jährige über seine Chancen: "Aber ich probiere jetzt erstmal hier gut anzukommen und einfach gute Leistungen zu bringen."
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