Schlussendlich war es vielleicht auch die Erfahrung und Routine, die dem FC Schalke am Freitagabend den ersten Saisonsieg bescherte. Gegen Union Berlin setzte Miron Muslic auf eine Startelf, die einen Altersdurchschnitt von leicht mehr als 28 Jahren aufwies.
Ein vergleichsweise hoher Wert, der auf den ersten Blick gegen die Notwendigkeit, bei jungen Spielern auch auf die Wertsteigerung zu achten, sprechen mag. Immerhin waren Soufiane El-Faouzi, Satoshi Tanaka und Adil Aouchiche mit ihren 24 Jahren bereits die jüngsten Akteure des S04, die an der Alten Försterei zum Einsatz kamen. Bei den Einwechselspielern war Junior Dina Ebimbe mit seinen 25 Jahren schon beinahe ein junges Küken, kamen mit ihm doch noch Maximilian Wöber (28), Hee-chan Hwang (30), Edin Dzeko (40) und Janik Bachmann (30) in die Partie.
Beim Abpfiff betrug der Altersdurchschnitt somit sogar rund 29,2 Jahre – nochmals eine Steigerung. Abseits von Kevin Müller blieben Mertcan Ayhan (20), Vitalie Becker (21) und Luca Vozar (19) auf der Bank. Ein vermeintlich klares Testament für die Erfahrung und gegen die Jugend.

Jungprofis nachrangig gegenüber dem kurzfristigen Erfolg? Diese Kritik läuft (bislang) ins Leere
Nun käme die etwaige Kritik, Miron Muslic würde in der Bundesliga aber die Jungprofis im Sinne des Klassenerhalts vergessen, viel zu kurz. Nur eine Woche zuvor, beim torlosen Remis gegen die FC Bayern, fiel die Startelf zwar nicht deutlich jünger aus. Aber die Einwechselspieler hießen unter anderem Ayhan, V. Becker und Vozar. Ausgerechnet gegen die Münchener vertraute Muslic dem Youngster-Trio, diesen Punktgewinn und wichtigen Erfolg für das Selbstbewusstsein über die Bühne zu bringen. Ayhan und Becker kamen dabei sogar schon zur 65. Minute ins Spiel, Vozar etwas weniger als zehn Minuten später.
Eine Befürchtung, der S04 würde in der Hoffnung auf den Verbleib in der Bundesliga alle anderen Faktoren vernachlässigen, lässt sich bislang also ganz und gar nicht bestätigen. Viel eher setzt Muslic auf eine gesunde Mischung und wechselt weniger nach Alter, sondern nach Situation und Position beziehungsweise Rolle ein. Mal wird das die Jüngeren bevorteilen, mal die Älteren, mal eine Mischung. Das zeigt jedenfalls: Wer sich unter ihm anbietet und die Leistungen bringt, wird auch unabhängig vom Alter seine Chancen bekommen.
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