Testspiele sind ganz grundsätzlich schwer einzuordnen, insbesondere die reinen Ergebnisse. Das gilt umso mehr für das jeweils erste Testspiel, wie es am Samstagnachmittag auch für den FC Schalke im Anschluss an die erste Trainingswoche stattgefunden hat. Schlussendlich stand eine 1:2-Niederlage gegen den FC Gütersloh.
Kurz vor der Halbzeitpause waren die Gelsenkirchener durch eine Unaufmerksamkeit in Rückstand geraten, eine Viertelstunde vor dem Abpfiff legte dann der zur zweiten Hälfte eingewechselte Kevin Müller dem gegnerischen Stürmer perfekt zum zweiten Treffer auf. Wenige Minuten vor dem Abpfiff konnte Adil Aouchiche immerhin noch das Anschlusstor durch einen sehenswerten Freistoß erzielen.

"Das Ergebnis ist zweitrangig", stellte Miron Muslic unmittelbar nach dem Abpfiff klar (via WAZ). Der Cheftrainer des S04 wollte weder das Resultat, noch den Auftritt seiner in zwei unterschiedliche und auch zum Teil durchgewürfelte Elfer-Mannschaften zu sehr in den Fokus nehmen. Es sei vorrangig darum gegangen, dass die Spieler jeweils ihre 45 Minuten bekommen haben und so wieder einsteigen konnten. "Unterschätzt nicht die acht Wochen Pause, das macht schon etwas. Der Körper braucht Zeit, um sich wieder zu akklimatisieren", so der Coach weiter.
Einen kurzen Schreckmoment gab es allerdings bei Hasan Kurucay, der noch in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt und mit einem dicken Eisbeutel um den Oberschenkel bandagiert ausgewechselt werden musste. Nach dem Spiel erklärte Muslic jedoch, der Oberschenkel sei lediglich "zu gegangen", was angesichts der ersten Belastung in der ersten Trainingswoche "nicht unüblich" sei: "Wir brauchen uns keine Sorgen machen, Hasan ist okay."
Keine klaren Teams, Vozar hinterlässt guten Eindruck und die Notwendigkeit für weitere Abgänge wurde umso deutlicher
Natürlich kann und sollte in das erste Testspiel nicht zu viel hineininterpretiert werden. Auch wenn es eine Niederlage bei einem Regionalligisten war, so spielte Schalke mit zwei in personeller Hinsicht beinahe zufällig zusammengewürfelten Teams auf. So spielten zu Beginn etwa mit Kenan Karaman oder auch Loris Karius zwei absolute Stammspieler zusammen mit Max Grüger oder auch Luca Vozar auf, also einem klaren Abschiedskandidaten ohne Aussicht auf Einsatzminuten und einem Youngster, der gerade seine ersten Erfahrungen im Profifußball sammelt.
Die erste Halbzeit war auch noch weitestgehend von einem dominanten Auftreten seitens Königsblau geprägt, mit mehreren guten Torchancen. Diese wurden aber entweder nicht ausgenutzt oder wegen vermeintlicher Abseitspositionen abgepfiffen – wie etwa das aberkannte Tor von Moussa Sylla.
Positiv war, dass sich Vozar in der besseren ersten Halbzeit bereits gut einfügen konnte. Der 19-Jährige machte einen unbekümmerten Eindruck, was auch Muslic ein Lob entlockte: "Er ist ein guter Junge. Ich beobachte ihn schon intensiv das ganze Jahr bei der U19. Aber Luca hat keinen Druck bei uns. Wir wollen diesen Jungen mitnehmen, mittragen, mitentwickeln. Die Zukunft gehört ihm." Natürlich ist aber längst nicht festgelegt, dass Vozar auch diese Saison auf Schalke bleiben und auch nennenswerte Einsatzzeiten bekommen wird. So wäre auch noch eine Leihe denkbar.

Apropos mögliche Abgänge: Nicht nur, aber insbesondere die zweite Halbzeit hat nochmal aufgezeigt, dass sich Schalke unbedingt um zumindest zwischenzeitliche Trennungen bemühen muss. Zum einen ist der Kader angesichts der Tatsache, dass auch noch weitere Neuzugänge kommen sollen, einfach zu groß. Zum anderen haben gleich mehrere Spieler schlichtweg nicht die Qualität, um für den erhofften Klassenerhalt in der Bundesliga eine Hilfe zu sein.
Es war zwar nur ein einzelnes Spiel und für die jeweiligen Spieler sogar nur eine Halbzeit – doch wurden selbst gegen Gütersloh größere Mängel deutlich, die nicht bloß mit der hohen Belastung der ersten Trainingswoche und der längeren Pause zu erklären sind.
Weitere Nachrichten rund um Schalke:
