S04-Metamorphose nach Transfer-Offensive? Eine Analyse des Aufwärtstrends
Von Yannik Möller

Nach zwischenzeitlich fünf Spielen ohne Sieg, davon vier unmittelbar nach dem Jahreswechsel, konnte sich der FC Schalke über die letzten Wochen wieder an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga punkten.
Neben den zwei Siegen über Holstein Kiel (2:1) und den 1. FC Magdeburg (5:3), zeigten die Knappen aber auch gegen Dynamo Dresden schon phasenweise eine gute Leistung. Die zuletzt verbesserten Auftritte des S04 sind auch maßgeblich an den Winter-Neuzugängen festzumachen. Während Kevin Müller am letzten Wochenende erstmals Loris Karius ersetzen musste, haben sich Dejan Ljubicic, Moussa Ndiaye, Adil Aouchiche und Edin Dzeko bereits in der Startelf festspielen können.
So stellt sich die Frage, ob die zwischenzeitliche Form- und Ergebniskrise endgültig abgehakt werden konnte. Und noch viel wichtiger: Hat Schalke zuletzt tatsächlich wieder besser gespielt, oder haben die Ergebnisse nur darüber hinweggetäuscht?
Die letzten drei Spiele passten wieder mehr zum S04-Stil
Ein Faktor, der auf die letzten drei Spiele bezogen direkt auffällt: Schalke hatte wieder weniger Ballbesitz. Musste die Mannschaft von Miron Muslic etwa gegen den VfL Bochum noch mit 61 Prozent an Ballbesitz umgehen, lagen die Werte gegen Dresden (44%), Kiel (45%) und Magdeburg (48%) wieder deutlich darunter.
Besonders deutlich wird diese Verteilung anhand der Visualisierung durch das Datenportal Football Match Reports. Ebenfalls zu sehen: Der Ballbesitz-Anteil lag zwar mit Ausnahme des Heimspiels gegen Dresden noch immer über dem bisherigen Saison-Durchschnitt des S04, aber längst nicht mehr so deutlich wie zuvor. Konkret: Die Knappen konnten wieder vermehrt auf Balleroberungen und das Umschaltspiel setzen.
Königsblaue Offensive zeigt sich deutlich verbessert
Eine noch weitaus deutlichere Differenz im Vergleich zu den ersten Spielen nach dem Jahreswechsel zeigte sich zuletzt bei den aus dem Spiel heraus erzielten 'expected goals' - also ohne Standardsituationen.
Sowohl gegen Dresden, als auch in Kiel und zuletzt gegen Magdeburg, zeigte sich Schalke offensiv deutlich verbessert. Lag die zusammengerechnete Torgefahr in diesen zwei ersten Spielen schon wieder über dem eigenen Durchschnitt, war das Heimspiel gegen den FCM sogar ein sehr großer Ausreißer im positiven Sinne. Die logische Konsequenz: Ein wichtiger Heim-Dreier trotz drei Gegentore. Es war das allererste Spiel in dieser Saison für Schalke, in dem trotz mindestens zwei Gegentore noch gewonnen wurde!
Gegnerische Torgefahr hat wieder abgenommen oder wurde ausgeglichen
Auch in der gegensätzlichen Betrachtung, also beim Blick auf die aus dem Spiel heraus zugelassene Torgefahr für den Gegner, wird eine Verbesserung deutlich. Gegen Bochum und Co. zeigte sich Schalke sehr anfällig, ließ den Gegner zu häufig zu gefährlich werden. Der statistische Wert dafür, der xGA-Wert, lag dabei nicht nur weit über dem eigenen, sondern sogar mehrfach über dem Liga-Durchschnitt.
Insbesondere gegen Dresden und Kiel zeigte sich S04 defensiv wieder verbessert, wenngleich auch in diesen Spielen nicht zu null gespielt werden konnte. Gegen Magdeburg gab es eher eine durchschnittliche Defensiv-Leistung, nahezu genau zwischen dem Schalke- und dem Liga-Durchschnitt. Hier sorgte aber, wie bereits erwähnt, eine starke eigene Torgefahr für den entscheidenden Vorteil.
Fazit: S04 hat sich wieder verbessert - aber auch nachhaltig?
Wichtige Faktoren zeigen also: Schalke hat zuletzt wieder besser gespielt. Der Ballbesitz ging auf einen besser zum S04-Spiel passenden Anteil zurück. Aus dem Spiel heraus wurde (teils deutlich) mehr Torgefahr ausgestrahlt und zugleich wieder weniger zugelassen.
Die Frage, die sich stellt: Ist das nur ein kurzzeitiger Ausreißer, oder kann die Muslic-Truppe daran anschließen und sich somit wieder deutlich im Aufstiegsrennen etablieren? Durch die zwischenzeitliche Schwächephase, sowohl in Leistungen als auch in Resultaten, drohte Schalke abzurutschen. Dieser Negativ-Trend konnte vorerst gestoppt werden. Die nächsten Wochen werden das anfängliche Bild vervollständigen.
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