Zum ersten Mal seit 25 Jahren konnte der FC Bayern ein Spiel im Bernabeu nach regulärer Spielzeit für sich entscheiden. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bezwang der deutsche Rekordmeister Real Madrid am vergangenen Dienstag verdient mit 2:1.
Entsprechend groß war die Freude und auch der Stolz auf Münchner Seite. Die Tür zum Halbfinale ist vor dem Rückspiel am Mittwochabend in der Allianz Arena weit offen. Dass der CL-Rekordsieger aber jederzeit den Türsteher geben kann, zeigten die Blancos nicht nur mit dem Anschlusstreffer durch Kylian Mbappé. FCB-Kapitän Manuel Neuer verhinderte mit mehreren starken Paraden weitere Real-Tore.
Auch wenn die Bayern insgesamt die bessere Mannschaft waren und selbst zahlreiche Gelegenheiten ausließen, bleibt Real Madrid unberechenbar.
Rummenigge warnt vor "zu viel Euphorie"
Das sieht auch Rummenigge so. Und warnte deshalb eindringlich im Interview mit DAZN: "Man darf jetzt nicht den Fehler machen, zu viel Euphorie aufkommen zu lassen." Der langjährige Bayern-Boss und heutiges Aufsichtsratsmitglied sieht nicht nur im Hinspiel-Ergebnis, sondern auch in der anschließenden Bewertung eine große Gefahr. Rummenigge nehme "einen kleinen Hype wahr, und der gefällt mir ehrlich gesagt nicht".
"Real Madrid hat uns auch hier in München schon oft genug geärgert“, betonte Rummenigge.
Goretzka widerspricht: "Wissen wir schon ganz genau"
Rummenigges Warnung erachtet Leon Goretzka allerdings als nicht nötig. Denn die Mannschaft wisse um die Qualitäten der Königlichen und dass sie längst noch nicht im Halbfinale steht. "Gewarnt werden müssen wir nicht. Das wissen wir schon ganz genau, gegen wen wir da spielen und was das für ein Spiel ist", so der Mittelfeldspieler.
"Dementsprechend braucht uns da niemand zu warnen. Das wissen wir selbst", erklärte Goretzka weiter.
Dass es auch in München "eine absolute Top-Leistung" braucht, bei der die Bayern "hochkonzentriert, sehr klug spielen" müssen, braucht Rummenigge nach Goretzkas dafürhalten nicht extra zu betonen. Vielmehr gilt es, die "kontrollierte Euphorie" (O-Ton Max Eberl) zu nutzen und eine ähnliche Leistung wie in Madrid zu zeigen. Dann dürfte dem Halbfinal-Einzug nichts mehr im Wege stehen.
