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Rummenigge haut unpopulären Take zum VAR raus

Die Schiedsrichter-Entscheidungen im Champions-League-Halbfinale in München sorgten für zahlreiche Diskussionen. Karl-Heinz Rummenigge fordert zeitnahe Anpassungen.
Karl-Heinz Rummenigge ist bekannterweise ein Befürworter des VAR
Karl-Heinz Rummenigge ist bekannterweise ein Befürworter des VAR | Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages

Die Aufruhr war groß, nachdem der FC Bayern München vor heimischer Kulisse gegen Paris Saint-Germain aus der Champions League flog und den Einzug ins Endspiel verpasste. Rund um die Begegnung standen vor allem einige strittige Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns im Mittelpunkt. Im kicker holte Karl-Heinz Rummenigge zur Generalkritik aus.

Rummenigge sieht großen Nachholbedarf bei Handspielregel

"Der Graubereich ist mittlerweile zu groß, die Regeln sind zu schwammig, das ergibt einen zu großen Interpretationsspielraum. Eine Vereinfachung wäre im Sinne des Fußballs zwingend notwendig."
Karl-Heinz Rummenigge

Für die Bayern-Legende ist klar, dass die Handspielregel so schnell wie möglich angepasst werden muss: "Unser Spiel gegen PSG hat wieder einmal gezigt, wie groß und dringlich der Reformbedarf dieser Handspielregel ist."

Der 70-Jährige kritisiert insbesondere die fortwährend abweichende Umsetzung des Regelwerkes und sieht das Problem in der fehlenden Klarheit der Regel: "Der Graubereich ist mittlerweile zu groß, die Regeln sind zu schwammig, das ergibt einen zu großen Interpretationsspielraum. Eine Vereinfachung wäre im Sinne des Fußballs zwingend notwendig."

Wenn es nach dem Aufsichtsrat des deutschen Rekordmeisters ginge, liege nur dann ein Handspiel vor, "wenn Absicht dahintersteckt oder wenn jemand seine Körperfläche völlig unnatürlich zu seinem Vorteil beziehungsweise zum Nachteil des Gegners vergrößert".

Rummenigge erhofft sich eine schnelle Änderung der Handspielregel, im besten Fall noch in diesem Sommer: "Sie sollte dringend reformiert werden, am besten noch vor der Weltmeisterschaft. Sonst wird es auch dort eine Flut von fragwürdigen Hand-Entscheidungen geben, die am Ende darüber entscheiden, wer Weltmeister wird. Und sie diskreditiert ein Stück weit den VAR, der eigentlich gut ist."

VAR sollte laut Rummenige mehr Macht erhalten

Ein weiterer Ansatz, mit dem der 70-Jährige eine bessere Umsetzung des Regelwerkes für wahrscheinlich hält, ist, dem VAR einzuräumen, dass dieser auch die "finale Entscheidung" treffe. "In den meisten Fällen greift der VAR ja nicht unbegründet ein. Das bedeutet ja, dass etwas übersehen wurde oder vorgefallen ist, das in Echtzeit auf dem Platz unterging", so Rummenigge.

In diesen Fällen würde sich der Aufsichtsrat der Bayern wünschen, dass die "qualifizierten Menschen" im Keller das letzte Wort haben, was seiner Meinung nach auch den Spielleiter auf dem Feld etwas aus der Schusslinie nehmen würde.

Der 70-Jährige kritisiert: "Uns wird oftmals ein überflüssiges Schauspiel geliefert, das nur Zeit kostet und einen Mann in die Verantwortung bringt, der nicht mehr exklusiv verantwortlich ist, weil im Keller die Entscheidung längst gefallen ist."

Dass Rummenigge ein Befürworter des Videobeweises ist, ist hinlänglich bekannt. Dies verdeutlichte er abermals: "Ich habe leider in meiner Karriere als Spieler und im Management viel zu viele Fehlentscheidungen erlebt. Ich war immer ein großer Befürworter der Technik."


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