Ronaldo streikt, Benzema-Transfer wackelt: Saudi-Update zum Deadline Day
Von Niclas Hergt

Cristiano Ronaldo wird beim heutigen Spiel von Al-Nassr gegen Al Riyadh nicht auflaufen und das nicht wegen einer Verletzung, sondern als bewusster Protest gegen die sportliche Führung und die aus seiner Sicht unzureichende Transferpolitik des Klubs. Zunächst war intern noch von einer schlichten Schonung des Superstars die Rede, doch inzwischen ist klar: Der 40-Jährige setzt ein Zeichen.
Wie die portugiesische Zeitung A Bola berichtet, ist Cristiano Ronaldo äußerst unzufrieden, weil Al-Nassr im Vergleich zu den anderen milliardenschwer unterstützten PIF-Klubs klar zurückfällt. Der Portugiese nimmt dafür sogar in Kauf, sowohl seine Jagd auf das 1000. Karrieretor als auch das Streben nach seinem ersten Titel mit Al-Nassr vorerst zu stoppen. Alles nur, um seine Botschaft unmissverständlich zu platzieren.
Ungleichgewicht im PIF-System: Marktwerte stützen Ronaldo-Protest
Aus Ronaldos Sicht liegt das Kernproblem beim PIF (Public Investment Fund of Saudi Arabia), der nicht nur Al-Nassr, sondern auch die Rivalen Al-Hilal und Al-Ittihad kontrolliert. Dort, so Ronaldos Eindruck, präsentiert sich der Eigentümer weit großzügiger. Vor allem, was Investitionen in die Kader angeht. Der Portugiese empfindet die ausbleibende Verstärkung seines eigenen Teams daher als klare Benachteiligung.
Das spiegelt sich auch in den Kaderwerten der Saudi Pro League (Saison 2025/26) wider: Al-Hilal führt die Liga mit einem Gesamtmarktwert von rund 190 Millionen Euro an, dahinter folgt Al-Ittihad mit etwa 141 Millionen Euro. Al-Nassr hingegen kommt lediglich auf etwas mehr als 133 Millionen Euro. Ein Gefälle, das Ronaldos Unmut weiter fördert.
In einer Liga, in der andere Klubs problemlos zweistellige Millionensummen in neue Stars investieren, wirkt Al-Nassr vergleichsweise schmal aufgestellt. In der aktuellen Wintertransferphase gelang lediglich die Verpflichtung des Irakers Haydeer Abdulkareem, während die direkte Konkurrenz deutlich aggressiver agierte. Al-Hilal investierte bereits 32 Millionen Euro in Transfers und soll Medienberichten zufolge in den vergangenen Tagen intensiv an der Verpflichtung des früheren Ballon-d’Or-Sieger Karim Benzema gearbeitet haben.
Erschwerend hinzu kommt, dass Al-Hilal künftig von Prinz al-Walid kontrolliert werden soll, der so auch eigenes Vermögen in neue Transfers stecken kann.
Bezema-Transfer droht zu platzen
Wie Sky-Transferinsider Patrick Berger berichtet, steht der Wechsel von Karim Benzema von Al-Ittihad zu Al-Hilal offenbar dennoch auf der Kippe. Der Deal scheint entgegen der Erwartungen nun doch nicht am heutigen Deadline Day über die Bühne zu gehen. Noch am Vortag hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, Benzema sei unzufrieden mit seiner aktuellen Vertragssituation bei Al-Ittihad, weshalb ein zeitnaher Wechsel als wahrscheinliches Szenario galt. Offenbar empfand Benzema das Angebot zur Vertragsverlängerung als völlig unzulänglich. Das Saudi-Ministerium soll den Transfer zu Al-Hilal auch auf Druck von Ronaldo auf Eis gelegt haben.
Wie reagiert CR7?
Ein geplatzter Wechsel seines früheren Teamkollegen bei Real Madrid zu Al-Hilal könnte Ronaldos Gemüt zwar kurzfristig beruhigen. Doch sollte die sportliche Führung von Al-Nassr und der PIF nicht bald reagieren, droht Ronaldos Boykott zum Auftakt einer deutlich größeren Auseinandersetzung über Führung, Transfers und Titelambitionen zu werden. Den Verlust ihres größten Stars könnten weder Al-Nassr noch die Saudi Pro League verkraften.
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