Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Jahren einen bitterbösen Absturz erlebt. 2020 die Saison noch als Vierter beendet, verkam die Fohlenelf seitdem zur grauen Maus - mit zwischenzeitlichen Abstiegssorgen. Ganz sicher nicht das, was der stolze Traditionsverein leisten kann und will.
Für den Niedergang wurde in Fankreisen vor allem eine Person ausgemacht: Roland Virkus. Der hatte im Frühjahr 2022 die Nachfolge von Max Eberl angetreten, obwohl er zuvor keinerlei Erfahrungen auf Profi-Ebene vorzuweisen hatte. Weil er jedoch ganz gute Arbeit im Nachwuchsbereich geleistet hatte, traute man Virkus den Schritt zu, Sportchef der Profis zu werden.
Die Bilanz des 59-Jährigen fällt mau aus. Mit Jonas Omlin, Tomas Cvancara und Nathan Ngoumou leistete er sich drei sündhaft teure Fehlgriffe, dazu schlugen auch seine anderen Transfers nicht wie erhofft ein. Lediglich Tim Kleindienst und Robin Hack stechen positiv hervor. Insofern waren quasi alle Borussia-Fans froh, als es vor sieben Monaten zur Trennung von Virkus kam.
Virkus kehrt als Scout zurück
Wie es scheint, war Virkus' Abgang aber nicht von Dauer. Denn laut Angaben der RP soll der gebürtige Mönchengladbacher zum Verein zurückkehren und einen neuen Posten erhalten: Ab Sommer wird Virkus demnach als Scout einsteigen und wieder für Borussia arbeiten.
Gladbachs CEO Stefan Stegemann bestätigte auf der jüngsten Mitgliederversammlung, dass Virkus ohnehin noch beim Verein angestellt sei. Sprich: Sein Vertrag wurde nach der Trennung nicht aufgelöst.
Dazu wollte Stegemann Virkus gegen die aufkommende Kritik verteidigen und hob die Verdienste des langjährigen Mitarbeiters hervor: "Dass Roland Virkus keine Ahnung vom Fußball hat, kann ich überhaupt nicht bestätigen. Was wir im Nachwuchsbereich sehen, trägt auch seine Handschrift. Wenn man die Namen hier stichpunktartig aufzählt, gewinnt man viele Sympathien. Aber das ist keine differenzierte Beurteilung der Leistung von Roland Virkus. Wer Entscheidungen trifft, entscheidet auch mal falsch – und muss die Konsequenz dafür übernehmen. Auch das ist geschehen."
"Der Mann hat über 30 Jahre für Borussia Mönchengladbach gearbeitet", führte Stegemann aus. "Er hat sich in einer sehr schweren Situation dazu bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen. Das ist etwas, was Borussia honoriert." Und zwar in Form einer neuen Beschäftigung.
Weitere Gladbach-News lesen:
