Standesgemäß erhofft sich ein Verein den größten Einfluss stets von den Neuzugängen. Soweit logisch, dafür werden sie ja auch verpflichtet. Bei Borussia Dortmund handelt es sich dabei bislang vorrangig um junge Spieler. Dafür ist die jüngste Verpflichtung von Konstantinos Karetsas wohl das beste Beispiel. Trotz seiner erst 18 Jahre soll er zur neuen Saison schon seinen kreativen Stil bei Schwarz-Gelb einbringen.
Dennoch setzt der BVB auch auf Weiterentwicklungen von Spielern, die zum aktuellen Zeitpunkt nicht mehr als Neuzugänge gelten. Gegenüber den Ruhr Nachrichten spricht Lars Ricken dahingehend vor allem von Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka und Fabio Silva. Bei diesem Trio sei schon jetzt zu spüren, "dass sie selber den nächsten Entwicklungsschritt gehen wollen".

Dies sei einerseits "ihr eigener Anspruch", zugleich aber auch "unsere Erwartung", wie Ricken ausführt. "Jobe hat schon vergangene Saison auf einem hohen Niveau gespielt, aber man merkt, wie groß sein Ehrgeiz ist, sich weiterzuentwickeln. Auch Fabio Silva hat mich überzeugt. Nicht nur wegen seines Tores am Samstag in Tokio, sondern schon in den Spielen davor", gab es vom Sportchef noch ein zusätzliches Lob.
Chukwuemeka habe bereits in seinem Urlaub "sehr viel gearbeitet", wie Ricken betont und dazu ausführt: "Er hätte gar nicht mit auf die Reise nach Japan kommen müssen, ist aber trotzdem dabei gewesen. Jetzt hat er sich leider verletzt. Da müssen wir abwarten, wie sich sein Zustand entwickelt."
Ricken erklärt: Altersunabhängige Transfers stehen im Fokus – Routinier-Neuzugang noch denkbar
Mit seinen 24 Jahren ist Silva auch schon der Älteste aus dem genannten Trio. Auch hier wird deutlich: Die Dortmunder werden wieder mit einer vergleichsweise jungen Mannschaft antreten. Das macht zwar eine Entwicklung im sportlichen wie finanziellen Sinne möglich, heizt aber auch die Frage an, ob es nicht gleichzeitig auch noch etwas mehr Erfahrung braucht.
Bei den bisherigen Transfers in diesem Sommer sei das Alter zunächst zweitrangig gewesen, wie Ricken erklärt. Sie sollten vor allem "sportlich sofort weiterhelfen" können: "Dabei ist es am Ende egal, ob jemand 17, 18, 19 oder 30 Jahre alt ist. Der Unterschied liegt eher in der wirtschaftlichen Bewertung. Für einen 30-Jährigen hätten wir keine vergleichbare Ablösesumme gezahlt wie für Karetsas."
Auf die Nachfrage der Ruhr Nachrichten, ob nicht trotzdem noch auch ein Routinier zur Mannschaft stoßen wird, verrät Ricken den Grundgedanken dazu: "Wir wehren uns aber überhaupt nicht dagegen, einen erfahrenen Spieler zu verpflichten – vorausgesetzt, er macht uns besser." Insgesamt geht er ohnehin nicht davon aus, dass der Altersschnitt im Vergleich zur Vorsaison spürbar sinken wird.
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