In dieser Woche wurde offiziell, was schon lange als offenes Geheimnis galt: Rocco Reitz schließt sich zur neuen Saison RB Leipzig an. Für Borussia Mönchengladbach ist das ein schwerer Verlust, der ihnen aber immerhin mit rund 20 Millionen Euro versüßt wird.
Geld, das die Fohlen gut gebrauchen können. Im Sommer soll es nämlich einen groß angelegten Kaderumbruch geben – und der wird hauptsächlich durch die Reitz-Millionen abgewickelt werden.
Die wirtschaftliche Komponente interessiert die Ultras jedoch herzlich wenig. Sie sind vor allem enttäuscht und sauer auf ihren Kapitän, dass er ausgerechnet zum aus ihrer Sicht "verhassten Konstrukt" RB wechselt. Deshalb schauen viele gespannt auf die Reaktion der Ultras im Derby gegen den 1. FC Köln am Samstag.
Ignoranz oder Hass?
Laut der Bild gibt es dabei drei Szenarien, wie Reitz dabei empfangen werden soll. Variante eins hat dabei Parallelen zum Wechsel von Lothar Matthäus zum FC Bayern München 1984: Hier soll Reitz' Name bei der Mannschaftsaufstellung generell nicht mehr gerufen werden soll. Pfiffe, Schmährufe und Wut-Transparente soll es hier aber nicht geben, da sie seine Leistung beeinträchtigen und somit auch den Fohlen beim Keller-Kracher schaden könnte.
Das zweite Szenario wäre die komplette Hass-Palette. Dabei würde Reitz auf allen Ebenen fertig gemacht werden, weil er es gewagt hat, zu einem Verein zu wechseln, den die Ultras nicht tolerieren. Viele Anhänger der organisierten Fanszene glauben laut der Bild, dass sie darüber entscheiden dürfen, wohin ein Spieler wechseln darf und wohin nicht.
Dankbarkeit für Reitz?
Die dritte und letzte Variante ist Stand jetzt am unwahrscheinlichsten: Nämlich Reitz für seine bisherigen Leistungen zu feiern. Diese wenigen Ultras sind dem 23-Jährigen für seine bisherigen Leistungen dankbar und haben nicht vergessen, dass er durch seine Ablösesumme quasi im Alleingang den Umbruch im Sommer finanziert.
Es bleibt also spannend, welches Bild sich am Samstag im Auswärtsblock im RheinEnergie-Stadion zeigen wird und wie die Ultras ihren Kapitän empfangen werden. Fakt ist: Die restliche Saison könnte für Reitz ein echter Spießroutenlauf werden.
