Es war ein gebrauchter Nachmittag für den Hamburger SV. Mit 0:5 gingen die Hanseaten gegen Mainz 05 unter, wobei der Schlusspunkt auch noch ausgerechnet von Ex-Spieler Ransford-Yeboah Königsdörffer gesetzt wurde.
Dessen ausgelassener Jubel erhitzte dann jedoch die Gemüter. Nichts war es mit Zurückhaltung beim Ex-HSVer, der vor der Partie sogar noch für seine Zeit in der Hansestadt geehrt wurde. Aber was steckte hinter dem provokanten Jubel?
Rache für schlimme Nachrichten?
"Was er für Nachrichten bekommen hat, das ist unter der Gürtellinie. Es tut mir für den Jungen extrem doll leid. Ich glaube, er hat nur die gemeint, die ihm solche Hassnachrichten geschickt haben."Philip Tietz
Zur Wahrheit gehört: Königsdörffer wurde in der vergangenen Saison häufig zum Sündenbock gemacht, hatte bei vielen Fans dementsprechend einen schweren Stand. Bei seiner Einwechslung in der 68. Minute wurde dann auch erwartungsgemäß gepfiffen. Der Grund für den Jubel war jedoch ein anderer, wie Mainz-Stürmer Philip Tietz enthüllte.
"Ich kann Ransy verstehen. Was er für Nachrichten bekommen hat, das ist unter der Gürtellinie. Es tut mir für den Jungen extrem doll leid. Ich glaube, er hat nur die gemeint, die ihm solche Hassnachrichten geschickt haben. Er hat es weder zu den Ultras gemacht noch zur Vereinsführung. Es war aus Frust den Leuten gewidmet, die ihm diese - es tut mir leid - Scheißnachrichten geschickt haben. Das geht gar nicht. Und da verstehe ich ihn komplett", erklärte der 29-Jährige.
Remberg resolut, Polzin entspannt
Das ist eine Tatsache, die auch HSV-Kapitän Nicolai Remberg bestätigte: "Natürlich hat er hier viel abbekommen. Das hat man von außen gar nicht mitbekommen, wie schlimm die Beleidigungen gegen ihn waren. Aber so ein Jubel hat einen kleinen Beigeschmack."
Nach dem Jubel ging er deshalb trotzdem auf seinen Freund los. "Ich mag ihn unfassbar gern. Aber ich bin hier Kapitän. Wenn einer vor unseren Fans so jubelt, dann muss ich da hingehen. Das gehört sich nicht, das finde ich nicht korrekt. Und das habe ich ihm gesagt", erklärte der 26-Jährige.
HSV-Trainer Merlin Polzin wollte sich am Jubel Königsdörffers ohnehin nicht lange aufhalten, dafür gab es genug andere Probleme. "Ich glaube, wenn wir uns nach so einem Spiel und so einer Leistung jetzt an dem Thema irgendwie aufhalten würden, dann wäre es der falsche Ansatz", erklärte der 35-Jährige. Für ihn sei die Aktion von Königsdörffer "jetzt nicht böse von ihm gemeint."
Weitere HSV-News lesen:
