Zweifeln die Bayern-Bosse an Julian Nagelsmann?

Lothar Matthäus glaubt, dass nicht mehr alle beim FC Bayern hinter Julian Nagelsmann stehen
Lothar Matthäus glaubt, dass nicht mehr alle beim FC Bayern hinter Julian Nagelsmann stehen / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Lothar Matthäus hat sich in seiner Sky-Kolumne ausführlich zu den Problemen beim FC Bayern geäußert. Der Rekord-Nationalspieler glaubt, dass nicht mehr alle im Verein hinter Trainer Julian Nagelsmann stehen.

In Matthäus' Augen wird der junge Coach von den Bossen viel zu oft allein gelassen. Nach dem Gladbach-Spiel etwa, glaubt der Sky-Experte, hätte sich das ehemalige Führungsduo aus Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge schützend vor Nagelsmann gestellt. Die Situation, dass sich der emotionale Bayern-Trainer im Ton vergreift und damit bundesweit für Negativ-Schlagzeilen sorgt, wäre gar nicht erst entstanden.

Dafür, dass Nagelsmann auch bei vielen weiteren Themen allein gelassen werde (z.B. bei der Jahreshauptversammlung oder beim Moderieren in der Corona-Krise), hat Matthäus nur eine Erklärung: "Man gewinnt langsam aber sicher den Eindruck, dass nicht mehr alle in der Vereinsführung hinter ihm stehen."

Mia-san-Mia fehlt

Aber nicht nur den Umgang mit Nagelsmann sieht der Ex-Profi kritisch. Matthäus wirft Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic vor, zu viele Probleme ungelöst zu lassen. Angefangen bei Gnabrys Gucci-Ausflug über die Causa Tapalovic und Neuer bis hin zum Verspätungsweltmeister Sané: Aufgrund all dieser Brandherde glaubt Matthäus, dass sich die Bayern ernsthafte Sorgen um die Meisterschaft machen müssen.

Zwei Dinge kämen noch hinzu. Zum einen fehlte es der Mannschaft nach dem Lewandowski-Abgang und der Neuer-Verletzung schlicht an Qualität. Zum anderen vermisst Matthäus bei vielen Spielern die berühmte Mia-san-Mia-Mentalität. "Heute sind maximal Thomas Müller, Manuel Neuer, Joshua Kimmich und mit Abstrichen Leon Goretzka mit diesem Gen ausgestattet", stellt er fest.

Auch Kahn und Salihamidzic, laut Matthäus selbst zwei Mia-san-Mia-Spieler, würden es anders als Uli Hoeneß seinerzeit nicht schaffen, dem Team dieses besondere Gefühl zu vermitteln. Als Vorwurf an die aktuelle Führung will Matthäus das aber nicht verstanden wissen. Womöglich sei die heutige Spieler-Generation einfach nicht mehr empfänglich für diese Emotionen, schreibt er.


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