Womit Hertha Bobics fristlose Kündigung begründen will

Fredi Bobic
Fredi Bobic / Martin Rose/GettyImages
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Im Februar wurde Fredi Bobic als Geschäftsführer von Hertha BSC fristlos entlassen. Nun gelangen immer mehr Informationen zu den Kündigungsgründen an die Öffentlichkeit.

Ursprünglich hatten sich die Berliner im Rahmen einer ordentlichen Kündigung von Bobic getrennt. Zwei Wochen später wurde aus der ordentlichen jedoch eine fristlose Kündigung. Konkret bedeutet das, dass die Hertha keine Abfindungszahlung an Bobic leisten muss. Bobic wehrt sich gegen dieses Vorgehen und hat gegen beide Kündigungen Klage erhoben. Dem Vernehmen nach geht es um eine Summe von bis zu vier Millionen Euro.

Bislang war man davon ausgegangen, dass die Hertha die fristlose Kündigung mit Bobics umstrittenen Interview-Aussagen nach der Derby-Niederlage gegen Union Berlin begründen will. Der 51-Jährige hatte sich gegenüber einem rbb-Reporter im Ton vergriffen und gedroht: "Wenn du nochmal fragst, kriegst du eine gescheuert." Im Nachgang hatte sich Bobic für diese Entgleisung entschuldigt.

Der Spiegel berichtet nun, dass weitaus mehr hinter Bobic's Aus steckt. Einerseits gehe es um einen fragwürdigen Markenbotschaftervertrag, den der Ex-Geschäftsführer mit seinem Freund Axel Kruse abgeschlossen haben soll. Demnach erhalte Kruse für seine Marketing-Tätigkeit im Rahmen der "Hertha Legenden" mehr als 100.000 Euro pro Jahr. Insgesamt verdiene Bobics ehemaliger Sturmpartner innerhalb von vier Jahren 450.000 Euro netto, wobei der aktuelle Vertrag auf zwei Jahre datiert sei und Kruse die Option auf Verlängerung um zwei weitere Jahre besitze.

Die hohe Vergütung werfe auch deshalb Fragen auf, weil andere "Hertha Legenden" für ihre Rolle als Markenbotschafter weitaus weniger Geld erhalten. So würden etwa Gabor Kiraly und Marko Rehmer keine feste Jahrespauschale, sondern lediglich 500 bis 1000 Euro pro Auftritt bekommen.

Daneben wird Bobic vorgeworfen, "vertrauliche Informationen" an "unbefugte Dritte" weitergegeben zu haben. Dem Spiegel liegt nach eigener Aussage ein entsprechendes Schreiben der Hertha-Anwälte vor. Konkret gehe es dabei um Information zu den Verhandlungen mit dem neuen Investor 777 Partners, die Bobic weitergegeben habe. 777 Partners soll die Anteile von Lars Windhorst und dessen Investmentgruppe Tennor Holding B.V. übernehmen.