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VfL Wolfsburg

Wolfsburg-Kapitän Guilavogui nur mit Nebenrolle: "Als Fußballer nicht glücklich"

Yannik Möller
Wolfsburgs Josuha Guilavogui ist mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden
Wolfsburgs Josuha Guilavogui ist mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden / Cathrin Mueller/Getty Images
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Aufgrund einer bislang äußerst sehr erfolgreichen Saison steht der VfL Wolfsburg im Endspurt der Saison vor einer Qualifikation für die Champions League. Außergewöhnlich glücklich sind aber natürlich nicht alle, auch Kapitän Josuha Guilavogui nicht. Er hadert mit der kleinen Nebenrolle, die er spielt.


Ab dem zweiten Spieltag der laufenden Saison stand Josuha Guilavogui vier Spiele in Folge in der Startelf des VfL Wolfsburg, spielte bis zum fünften Spieltag als Kapitän auch durch. Seit seinem Muskelfaserriss, der dann folgte, fand er jedoch nicht mehr richtig auf den Platz zurück.

Seine Bilanz nach den sechs verpassten Partien in der Bundesliga: Elf Einsätze, darunter allerdings nur noch zwei aus der Startelf heraus. Am vergangenen Wochenende durfte er gegen Tabellenschlusslicht Schalke 04 von Beginn an aufspielen, allerdings auch nur, weil Xaver Schlager gelbgesperrt aussetzen musste. Ansonsten muss er sich mit wenigen Minuten begnügen.

Guilavogui sieht "schwere Situation" für sich in Wolfsburg -Sommer-Transfer innerhalb der Bundesliga denkbar

Eine Situation, mit der er selbstredend nicht zufrieden ist. Auch mental sei dies eine schwierige Phase für ihn, wie er gegenüber den Wolfsburger Nachrichten erklärte. "Ich bin sicher nicht der traurigste Mann der Welt. Aber als Fußballer bin ich nicht glücklich", so der defensive Mittelfeldspieler (via transfermarkt). Mit seinem Ausfall setzen sich Schlager, Yannick Gerhardt und Maximilian Arnold vor ihm durch.

Josuha Guilavogui
Mit seiner zwischenzeitlichen Verletzung fiel Josuha Guilavogui aus der Startelf / Boris Streubel/Getty Images

Schon in der Winterpause hätte er den VfL verlassen können, tat das aufgrund der seiner Rolle im Klub und seiner Verbindung zu ihm jedoch nicht. Möglich wäre wohl ein Wechsel zu Hertha BSC gewesen. Für ihn ist klar, dass er diese "schwere Situation" nicht einfach in eine typische Schublade stecken kann: "Ich sitze nicht traurig in einer Ecke herum, meckere und suche die Schuld bei Anderen."

Viel eher sei er als Kapitän in einer Rolle, in der er "die Mannschaft nicht wegen meiner Gefühle nach unten ziehen" dürfe. "Das würde ich mir nie verzeihen", so der 30-jährige Guilavogui. Dennoch gebe es "dieses Geräusch im Hinterkopf", also seine Unzufriedenheit mit dieser Situation.

Trainer Oliver Glasner hatte zuletzt noch betont, wie wichtig er für das Team sei, während er Verständnis für dieses Empfinden zeigte (via transfermarkt): "Josh macht es super und ich bin froh, einen solchen Kapitän zu haben. Es gibt einige Spieler, die für uns bereits tolle Leistungen gezeigt haben, aber im Moment auf der Bank sitzen." Dass er Kapitän der Mannschaft bleiben werde, stellte der Coach ebenso klar.

Zurzeit deutet allerdings nichts daraufhin, dass sich die Lage bis zum Saisonende in rund zwei Monaten noch groß verändert. Somit wird der siebenfache Nationalspieler Frankreichs auf Gelegenheiten wie gegen Schalke hoffen und diese dann möglichst zufriedenstellend nutzen müssen, um Stück für Stück wieder auf den Platz zurückzukehren.

Das bedeutet auch, dass - bei aller Verbundenheit zu Wolfsburg (seit 2014 dabei) - ein Sommer-Wechsel durchaus ein realistisches Thema wird. Ein Zeitpunkt, zu dem er vermutlich in der Top fünf der VfL-Spieler nach Liga-Einsätzen stehen wird (zurzeit 164). Interessiert dürften vorrangig einige Klubs aus Deutschland sein. Dort kennt man ihn, dort schätzt man ihn. Er müsste sich vom Fußball her nicht umgewöhnen und müsste nach dann sieben Jahren nicht zwingend, falls nicht unbedingt gewollt, in ein anderes Land ziehen.

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