Marokko legt Protest ein: Wackelt jetzt das WM-Finale?

Yannik Möller
Frankreich vs. Marokko
Frankreich vs. Marokko / FRANCK FIFE/GettyImages
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Marokko möchte Protest gegen die Niederlage gegen Frankreich einlegen. Die 0:2-Niederlage im Halbfinale der Weltmeisterschaft, so die Meinung des marokkanischen Verbands, soll angesichts zweier Schiedsrichter-Entscheidungen überprüft werden.


Auch wenn sich Marokko über den Großteil der 90 Minuten im Spiel halten konnte und sich gegen Frankreich wacker geschlagen hat, so konnte sich der amtierende Weltmeister doch recht souverän mit dem 2:0-Sieg durchsetzen. Damit steht das Finale für den kommenden Sonntag fest: Argentinien wird gegen Frankreich antreten.

Gegen diese Ausgangslage möchte Marokko nun noch abseits des Platzes ankämpfen. Der Fußballverband des nordafrikanischen Landes fühlt sich durch zwei Entscheidungen des Schiedsrichters so sehr benachteiligt, dass Protest gegen die Spielwertung eingelegt werden soll. Davon berichtete zunächst das französische Portal Foot Mercato (via Bild).

Marokko legt Beschwerde ein - Folgen sind jedoch nicht zu erwarten

Dabei geht es um zwei potenzielle Elfmeter-Szenen. In der 27. Minute kam es zum Zweikampf von Lucas Hernández mit Sofiane Boufal. Die Marokkaner hätten gerne einen Elfmeter für sich gepfiffen bekommen. Stattdessen entschied Schiedsrichter Cesar Ramos auf Offensivfoul und zeigte Boufal die Gelbe Karte.

Bei der zweiten Szene soll Selim Amallah so unfair zu Fall gebracht worden sein, dass es dafür ebenfalls hätte einen Strafstoß geben müssen. Soweit zumindest die Ansicht der Verlierer vom Mittwochabend.

Der Verband ließ inzwischen in einem Statement verlauten (via fussball.news): "Die FMRF hat die zuständige Instanz schriftlich dazu aufgefordert, die Schiedsrichterentscheidungen zu überprüfen, die dem Team von Marokko zwei Strafstöße vorenthalten haben, die in den Augen mehrerer Schiedsrichter-Experten unstrittig waren."

Cesar Ramos, Achraf Hakimi
Cesar Ramos mit Achraf Hakimi / Alex Livesey - Danehouse/GettyImages

Geht es nach Marokko, dann wird das Ergebnis für null und nichtig erklärt. Es müsste wohl ein Wiederholungsspiel geben.

Dieses Szenario ist allerdings höchst unwahrscheinlich. Die FIFA wird ihr größtes und prestigeträchtigstes Turnier nicht einfach so in seinem Verlauf unterbrechen, nur weil es zwar durchaus zu verstehende, schlussendlich aber viel zu kleine Protest-Gründe gibt. Außerdem sind die zwei Situationen als Tatsachenentscheidungen des Unparteiischen zu werten.

Mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Beschwerde keinen weiteren Einfluss auf die WM haben. Im Finale wird Frankreich aufspielen.



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